Am Samstag kamen unverhofft 20 Grad, und wir waren mit den Hondas unterwegs nach Osten. Aus dem Großraum Berlin waren gleichzeitig Rembert und Thomas unterwegs, in Gegenrichtung, zum Treffpunkt in Wittenberge. Wir konnten uns Zeit lassen für die Nebenstrecken im Wendland und der Altmark. So viel, dass wir noch einen Umweg durch zart angrünende Winterwälder zum Arendsee anhingen. In unseren Jacken war es zu warm, die Sonne glimmte hinter in einem dicken Saharadunst, der das leere Land und die tristen Dörfer in ein endzeitlich-trübes, diffuses Licht tauchte. Große Wiedersehensfreude im Hotel Singer, dessen Parkplatz wir mit unseren Bikes belegten. Der Rest wurde beim Griechen besprochen. Gut, dass wir noch einen Absacker im Schrecklichen Topcase hatten, denn am Samstagabend ist nichts zu erwarten in Wittenberge. Sonntag fuhren alle wieder zurück in ihre Großräume. Ich hatte dem Tomtom freie Hand gelassen bei der Auswahl einer 'kurvigen Strecke' nach Hamburg. Das Ergebnis überzeugte: Vorbei an allem was entfernt nach Zivilisation aussah ging es auf fragwürdigen Nebenstrecken und Wirtschaftswegen durch immer neue, freie Landschaften und Wälder abseits der bekannten Routen. Südlich von Lüneburg war vor uns ein Regengebiet abgezogen und hatte eine kalte Sonne hinterlassen. Wir zogen die Jacken zu und gaben uns staunend dem Kreuz und Quer durch die Heide hin. Die Stadt kam in Sicht, aber eigentlich war da nichts für uns, außer vielleicht einer warmen Wanne.
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