Neue Reifen sind immer wie ein neues Leben. Allerdings, in der trägen Autokolonne auf der B432 hat es keinen Sinn. Heute war aber das Ziel der Weg, und wir waren zu zweit auf der Z unterwegs. Das ging diesmal nicht anders, und das ging überraschend gut. Hinter Segeberg schaltete das Beeline in den Fun Mode: Querfeldein kurvten wir durchs buschige Hohlwege in Richtung Neustadt. Auf Wegen, die wir nie zuvor gesehen hatten und Dörfer mit fremden Nahmen. Die Sonne stand gleißend am leeren Himmel wie immer, konnte aber nichts gegen die Kälte ausrichten, die mit jedem Kilomater zum Meer in unsere Lederjacken kroch. Kein Ding, denn wir sahen spitzenmäßig aus, und der Besuch sollte würdig sein. Im Wald von Brodau verirrten uns fast, bis wir Richards Baum fanden. Er stand in prächtigem Maigrün da. Auf dem Meer tosten Schaumkronen, unser Blick fiel bis nach drüben, dort lag Brook. Auf dem Rückweg hatten wir Rückenwind, aber die erträumte südliche Wärme blieb ein Traum. Bei hartem Gegenlicht und robuster guter Laune rauschten wir über Ahrensbök, Langniendorf, Reinfeld. Eine Aufwärmpause bei Aral mit Knackwurst in Oldesloe, dann durchhalten bis zum Stadtrand, das war zu schaffen. Zu Hause waren wir wieder einigermaßen aufgetaut und stellten fest: Eine würdige Fahrt. Richard hätte das so gewollt.
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