über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Dienstag, 21. Januar 2014

Angemeldet bleiben


es war gut, im November nicht zum Amt gerannt zu sein um die Chopper abzumelden. Denn immer wieder kam ein mildes Wochenende, und der Schnee und das Eis kamen überhaupt nicht. In der Vorweihnachtszeit sah man mich mehr als einmal unter Weihnachtsbeleuchtung durch die Stadt cruisen, die Vulcan dekorativ vor Geschäften im Neonlicht stehen, in denen ich meinen Rucksack mit Luxus füllte. Aus der Stadt traute ich mich höchstens ansatzweise heraus, fuhr, bis die Finger kühl und die Seele cool wurden. Anja und ich hatten auch mal die Vanvans herausgeholt und rockten famos Barmbek und seine Möbelgeschäfte. Es ist ein Winter wie vom Wunschzettel. Noch.

Geschrieben bei minus 85 Grad, in schwarzer Nacht über Baffin Island.

Samstag, 26. Oktober 2013

Abspann

Die Sonne kämpfte sich durch diffuse Wolken, und ich mich durch den Verkehr im Speckgürtel südlich Harburg. Wie ich da hin gekommen bin, weiß ich nicht mehr, ist auch egal, denn ich wusste, alles wird gut. Das wurde es auch, kaum waren die Gartencenter und Familenkutschen dieses letzten warmen Nachmittags des Jahres aus dem Rückspiegel entschwunden. Die Sonne kam raus, und vor mir lagen lange Geraden, auf denen ich durch kitschigste Herbstfarben dahinbrummte, hinter mir eine Saison und 12000 Kilometer, die ich hier, allein, irgendwo zwischen Hörpel und Lüneburg, bei 90 Km/h retrospektierte. Direkt zurück konnte und wollte ich nicht, wenigstens noch schnell um Lüneburg herum und 'rübermachen nach Geestacht. Dann war es Zeit, und ich nahm die Autobahn in den immer später werden Herbst, während der Abspann schon lief.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Nacht

Längst ist meist Nacht. Klar hätte ich direkt in die Garage fahren können. Doch die Luft war seidig und die Straßen frei, einer späten Unternehmung ganz offen. Im großen Gang bollerte ich durch Neonlicht. Warme Böen schoben letztes Laub durch Häuserschluchten, am Rand die Fußgänger der Nacht, wie Gespenster. An letzen Tischen wurde Bier bestellt, und geguckt, wie eh und je. Doch außer einem durch die Nacht huschenden, orange-metallicfarbenen Glitzern gab es nicht mehr viel. Mein verzücktes Grinsen konnte ja keiner sehen.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Powersuper Bonbon

Am Dienstag kam zwei Sachen zusammen, nämlich dass ich frei hatte, um Anja post-OP zu betreuen, andererseits der Spätsommer mir quasi ein Bonbon tief in den Herbst hinein nachgeschmissen hatte. Nachdem ich Anja in eine stabile Balkon-Sessel-Lage verfrachtet hatte, holte ich die mit 100-Oktan Powersuper betankte Vulcan aus der Garage und gab Gas, irgendwo hin, Sonne war überall. Erfreulicherweise lag ich mit der B4-North goldrichtig, da war nix los. Wie in alten Zeiten ließ ich den Chopper mit straighten 90 Sachen über den Highway laufen. In leuchtenden Herbstfarben zog das Land vorbei, und Erinnerungen an einen Sommer voller Kilometer. In Bad Bramstedt bog ich spontan Richtung Westen ab, die genaue Route war wie gesagt ganz egal. Mals schnurstracks, mal um Kurven schwingend segelte ich durch den sonnengoldenen Tag und fand das Candy Orange der VN dazu unschlagbar dekorativ.. Ab und zu rief ich bei Anja an und erkundigte mich nach dem Rechten. Alles war recht. Itzehoe kam und verschwand, Glückstadt, dann wieder Kolmar. Am Bikertreff war es voll wie am Wochenende. Es war aber Dienstagnachmittag. Sollen das alles Rentner sein? Der Cappuccino und ein Schwarzwälderkirscheis ließen die Frage offen. Ich fuhr über Elmshorn heim und kaufte ein, wobei sich erstmalig  Grillwürstchen und ein Weihnachtsmann zusammen im Einkaufkorb befanden.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Sonntagsfahrer

Eiskalt aber auch ein sonniger Sonntag im Oktober, strahlend und gelb. Wir holten die Wintersachen raus, und die Vanvans, fast vergessen. In einem trägen Strom trieben wir die Elbchaussee entlang, bis Wedel, ohne Halt. Zufrieden mit 70 Sachen, und dann einfach mal rechts ab zu dem Flughafen Uetersen/Heist (EDHE). Dort brummte allerlei Kleinzeug durch die Luft, und wenn einem beim Filterkaffee die Sonne auf die Jacke schien, wurde einem kurz warm ums Herz. Ich überredete Anja, sie kam mit, nicht nach Haus, sondern über Elmshorn, durch die Marsch, Vollgas bis Kolmar. Die ganzen Biker waren da, dicht gedrängt in Goretex, Wir aßen Eis, mit Abstand. Auch zurück,  alles langsam und träge, wie Sonntagsfahrer.

Sonntag, 29. September 2013

Kristall

Die Sonne am Sonntag lockte sogar Anja in die Garage. Anspruchslos waren wir wieder in südlicher Richtung unterwegs, vielleicht mal in die Heide oder so, Hauptsache rollen. Das Licht stand kristallin, stechend, halogenweiß über Stoppelfeldern, der Himmel leergefegt vom Ostwind, der kroch auch unter die Jacke. Wer heute keine Wollsocken an hatte, der war verloren. Oder besser gleich die Wintergarnitur. Aber einmal noch wollten wir es spüren, das Cruisen durch einen warmen Sonntagnachmittag, auch wenn es längst keiner mehr war. Undeloh quoll über von Menschen in atmungsaktiven Wanderjacken. Wir saßen im Garten, mit Sonne im Rücken und Cappuccino, der trotzdem kalt wurde. Es ging zurück, die gleiche Route, dann kam die Stadt, mitten am Nachmittag die Garage, die Badewanne. Es blieb ein flaues Gefühl, das kann doch nicht alles gewesen sein.

Samstag, 28. September 2013

Macht man nicht.

Meine Nase war noch dicht, aber ich war nicht mehr krankgeschrieben und somit fahrfähig. Die Straßen waren auch dicht, und es war ein sonniger Samstag Ende September. Mir fehlt inzwischen die Fantasie für alles andere, also wurschltelte ich mich mit frappierender Gelassenheit durch das klumpige Gewühl der Bürgerkäfige und kam nach mehreren Anläufen irgendwie irgendwo in Harburg heraus. Auch dort nahm der Autokoller kein Ende, aber ich bog blindlings ab und fand mich auf den Landstraßen im südlichen Speckgürtel wieder, denen man, gutem Willens, kurze, gleitende Momente abgewinnen kann, unter gegebenen Umständen. Ich sah erstmalig Jesteburg und staunte über Brackel. Gab am Ortsausgang ordentlich Gas, rollte im nächsten Dorf an der Bäckerei vorbei und war cool. Ich schaffte es bis zur Bundestraße nach Lüneburg, fuhr aber Richtung Geesthacht und dann die Deichstraße zurück zur Stadt. Am Zollenspieker war noch genau ein Platz frei. Am Tisch erklärte ein älterer Mann seinem Kumpel die Prioritäten. Dinge erledigen kann man immer, aber ein Sonnentag lässt man nicht vorbeiziehen, das macht man einfach nicht.