über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Mittwoch, 29. Juli 2026

Ü-30

Die Hitze war in den Medien und im Dachgeschoss. Aber nicht oben auf 500m, und erst recht nicht 800. Ich empfinde es daher immer wieder als Privileg, bei Temperaturen über 30° nach Feierabend den Riding-Hoodie überzuziehen, eines der Bikes zu starten für eine lässige Abkühlungsrunde auf der Panoramastrecke B242 über Clausthal über Dammhaus und zurück über den Sieberpass nach Herzberg, in den kühlen Schatten der Täler. Einfach so, weil ich es kann.



Sonntag, 26. Juli 2026

Matinee

Kein Problem, wenn es nachmittags regnet. Eine Runde durchs Eichsfeld passt sogar in den Vormittag. Tomtom plant sowas bei Bedarf ohne Rückfragen. Göttingen hatte ich als Ziel eingegeben, und auf jedem Schild war es immer genau 16 Km entfernt, da wir es auf einem Halbkreis umrundeten. Auf Landstraßen, die jede einen Titel verdient hätte, und die wir für uns alleine hatten, wie immer. Es entstand eine herrliche Tour, größer und besser als gedacht. Die Himalayan blieb in Göttingen, wir eilten auf der Honda vor anrückendem Regen nach Hause. Es war früher Nachmittag und der Tag war schon grandios eingetütet.

Samstag, 25. Juli 2026

An die Fulda!

Es war mal wieder Zeit für eine große Expedition. Rechnerisch war es machbar, über den Meißner zu fahren und zu erforschen, was sich auf der anderen Seite verbirgt. Dort verläuft nämlich ein unbekannter Fluss namens Fulda. Im "Frau Holle Land" ist eine Straße schöner, kurviger und überraschender als die andere. Irgendwo an einer Nebenstrecke mampften wir unser Proviantbrötchen und dachten, das könnte genauso auch Österreich sein. Dann ging es bergab und das Tal der Fulda lag vor uns. Zugegebenermaßen, es ist ein typisches Flusstal im Mittelgebirge. Es war nicht so heiß wie sonst, trotzdem war vorsorglich im Navi das nächstgelegene Eiscafé "Venezia" eingegeben. Es befand sich in Melsungen, ein Fachwerkidyll wie im Bilderbuch, streng beherrscht von Fahrradtouristen. Zurück ging es auf einer parallelen Route über den Berg, genauso schön, genauso entspannt. Wir machten einen Haken dran und parkten zufrieden im Sommerabend.



Sonntag, 12. Juli 2026

L.A. People

Anja hatte Freunde aus der großen Welt nach NOM eingeladen: Thomas aus der Hauptstadt, und Alia aus L.A. Das ist was, da blamiert man sich besser nicht und stellt ungefragt ein Gästemotorrad bereit. Die Honda stand frisch gewaschen da, als sie kamen. Erwartungsgemäß wollten sie den Harz sehen. In einem lässigen 3er Korso glitten wir über die Panoramastraße 242, es war heißer Tag aber hier oben war es kühl und die Fernsicht prächtig. Thomas hatte sich mit der Honda schnell angefreundet, man konnte ihm auch mal eine Serpentine zumuten. Ich hing noch einen ausladenden Umweg durchs Eichsfeld ran. Es ging auf einsamen Kurvenrouten hoch zum Sonnenstein, dann über Duderstadt zurück Richtung Nörten. Ein Malheur in Spanbek überstanden alle Beteiligten und die Honda mit einem kleinen Schrecken. Der Abend war warm und wir planten gleich die nächste Tour.

Den Sonntag ließen wir erstmal träge auf uns zukommen, erst am Nachmittag starteten die Himalayan, 500X und Z in Richtung Weserbergland, auf einer Beeline-Route, die erst nach und nach an Dynamik gewann. Die Gäste waren overwhelmed von der abwechslungsreichen Fahrt und den immer wieder neuen Ausblicken in die heiße, goldgelbe Sommerlandschaft. Sie fuhren die Honda dabei kurzärmlich, das sah aus wie im Urlaub. Es ging ein fließendes Stück am Fluss entlang, dann extrakurvig durchs Hinterland zum Café im Wasserschloss, das dreimal so alt war wie LA. Den Abschluss bildete ein Alkoholfreies auf der Plesseburg. Der Blick schweifte über das weite Tal im Sunset, das war alles meins, behauptete ich. Die Städter glaubten mir.



Sonntag, 5. Juli 2026

Darmstadt im Sommer

Als Albrecht zum Sommerfest in Darmstadt einlud, sagten wir sofort zu. Jedes Navi schlug einen eigenen Weg dorthin vor, gut waren alle. Der vom Tomtom ging bis Bad Hersfeld auf der B27, dann auf erstaunlich schönen, leeren Straßen über Schlitz und Lauterberg, am Vogelsberg entlang. Es waren 300 lange, sehr entspannte Kilometer zum Genießen. Am Anfang war es allerdings so frisch, dass ich unterwegs einen Pullover kaufte und ein Stück Kuchen. Später, in der staubig-tristen Mainebene, schwitzten wir bei 30°. Albrecht hatte das Ideal einer Gartenparty organisiert. Wir tranken heimlich alkoholfrei, und smalltalkten bis in die laue Nacht. Die Rückfahrt am Sonntag ging auf dem gleichen Weg zwischen mittleren Bergen und Schauerzellen hindurch. Diese waren am Himmel harmloser als in der App, meist fuhren wir unbeschadet durch. Nur die eine, fast am Schluss, kurz hinter Eschwege, erwischte uns hinterhältig. Danach waren wir wach und die Luft war wie frisch geduscht und die Fahrt war trotzdem perfekt.