Der Vulkanausbruch erforderte kurzfristige Umplanungen. Was lag da näher als Berlin? So Einiges. Trotzdem machte ich mich an einem sonnigen Sonnabendmorgen auf den Weg über die Lange Gerade. Sie begann wie gewohnt gleich hinter Lauenburg und machte sich keine Illusionen. Ein Tempo von fünfundneunzig Sachen erschien angemessen, so hatte ich Gelegenheit noch etwas Rioja vom Vorabend abzubauen. Trotz Sonne kroch eine spätwinterliche Kälte; und ohne beheizbare Griffe hätte ich den rettenden Cappucino in Ludwigslust kaum erreicht. Stoisch zog die 850 weiter ihre Bahn in die endlosen Weiten. In Kyritz wachte ich auf, tankte und inhalierte das Proviantbrötchen. Die Hauptstadt emfing mich wie immer erhaben und voller Gleichmut. Meine frühe Ankunft ermöglichte eine Exkursion in unentdeckte Stadtteile, wie z.B. NeuKölln. Dort gibt es eine Karl-Marx-Straße, obwohl es im Westen liegt, bzw. in Istanbul. Beim Pseudomexikaner an der Ecke Manteuffelstr. gab es Cappucinno, doch war ich viel zu schlapp für das Gewusel in Kreuzberg. Glücklicherweise folgte ein durch und durch entspannter Abend mit Tom und Eva. Der Sonntag schon begann mit 20°C im Bahnbetriebwerk Schöneweide. Es dampfte und rauchte das es ein Fest war bis zum frühen Nachmittag. In Kreuzberg, welches sich bettschwer auf einem der Liegestühle der Straßencafés Latte bestellte, rollte lautlos eine 850 durch die brütende Nachmittagssonne und verschwand auf einer endlosen Geraden am Horizont.
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