Wie war das eigentlich, früher? Wahrscheinlich fuhr man, sagen wir mal so vor ungefähr 18 Jahren, an einem frischen ersten Septembersamstag auf kleinteiligen Deichstraßen durch die Haseldorfer Marsch. Sicher war es für die Jahreszeit zu kalt, dennoch trug man Jethelm, schwarze Lederjacke und -Hose. Das ganze Goretextzeug war undenkbar, denn man fuhr einen schlank zurechtgemachten Chopper. Mit Einzelsitz und Faltenbälgen, zufrieden mit 80 Sachen. Und heute? Eigentlich alles an der samstäglichen Fahrt war wie damals. Ich hatte wie ein Mädchen die Klamotten hin und her probiert, um dann festzustellen, dass das ganze Goretexzeug einfach undenkbar ist, auf diesem nagelneuen Sportster mit Einzelsitz und Faltenbälgen. Die Kälte kroch in die Lederjacke, als ich mit zufriedenen 80 Sachen Richtung Glückstadt bollerte. Auf der Elbefähre behielt ich den Jethelm auf, schaute den glitzernden Strom hinab, und rauchte. Die Fahrt durchs Alte Land ist so alt wie die Erinnerungen. Nur eine BMW, die ich eine Zeit lang zufällig vor mir hatte, war noch älter. Ich war froh, als endlich der Lüheanleger und damit Babsy's Imbiss mit den Bratkartoffeln in Sicht kam. Der Wind kam aus Osten. Ich kämpfte mit inzwischen ungemütlichen 80 Sachen gegen ihn an, versuchte mich im Elbtunnel kurz aufzuwärmen, was natürlich nicht gelang. Es blieb nur die Vorfreude auf die warme Badewanne. Wie früher.
September 2010, wiedergefunden 2013.
September 2010, wiedergefunden 2013.
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