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Sonntag, 25. September 2011

Alte Weiber

Mit offiziellem Herbst setzte ein unschlagbares Altweiberwochenende ein. Inzwischen könnte jedes das letzte Mal sein, deshalb ließ ich nichts anbrennen und buchte die große Elbuferrunde. Anja ging arbeiten, nur die Iron und ich waren unterwegs. Auf der Autobahn bis Geesthacht, aber im Grunde auch den Landstraßen den Fluss entlang bis Bleckede, döste ich gedankenverloren dahin. Endlich war in dem Café am Platz mal die Espressomaschine in Ordnung. Unter gleißender Mittagssonne glitt ich weiter durch leuchtende Mischwälder, über Berge am Elbtal, backsteinniedliche Aussteigerdörfer, rauchte im schnuckeligen Schnackenburg, studierte die Karte, nahm nicht die Fähre, sondern die Straße Richtung Altmark. Erstmalig bereitete mir die im Tacho dezent leuchtende kleine gelbe Tanksäule Sorgen. In Orten wie Wanzer, Wahrenberg oder Geestgottberg kann man keine Tankstelle erwarten, so dass ich extrem sparsam über die endlosen Weiten rollte. Ich atmete auf, als ich die Elbebrücke überquerte und Wittenberge sich am anderen Ufer aus den Auen erhob. Wittenberge hat nicht nur ein monströses Einkaufszentrum mit Tanke, sondern auch eine herrlich ostig-tothosige Altstadt, durch die ich eine kleine Runde drehte, bevor ich mich auf die B 195 begab, dessen Ursprung, also das Stück bis Dömitz, ich zum allerersten Mal befuhr. Es ist genau so wie der Rest. Kurven durch Kiefern auf Sand, links meist die inzwischen nachmittaglichen Elbauen. Bislang war ich allein auf der Welt, nun flogen mir die Racer um die Ohren. Sie fahren immer zwischen Dömitz und Neuhaus hin und her. Autos hatten heute scheinbar Fahrverbot, was gut war. Meine Kilometer zogen ungestört mit malerischen 90 Sachen vorbei. Ich sah schwer bepackte Birnbäume, Gärten wie als Kind bei Oma und Opa, eine enorme Binnendüne, meterdicke Kreuzspinnen, deren im Gegenlicht glänztende Netze ganze Straßen überspannten. Das hätte für immer so weiter gehen können und es war richtig schade, als Boizenburg ins Bild kam, welches die den Rückweg markierte, den ich zunehmend schwerfällig abbummelte. Lauenburg, das mehr und mehr zur Geisterstadt mutiert, Geesthacht, und die zäh-schläfrige Deichstraße, auf der man irgendwann einfach nicht mehr grüßt, und hofft, bloß nicht für einen der Kirchturmfahrer gehalten zu werden.

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