Ein Tag blieb noch, und es tat gut, mal allein, und nicht Vollgas zu fahren. Zur brennenden Sonne, die auch über Utah hätte scheinen können, passten die Lederjacke, Dreitagebart und die mattschwarze Iron. Schon um Mittag hatte ich Geesthacht erreicht und schwenkte bei Boizenburg auf die B 195. Ich ließ rollen, und abgesehen von einem Kaffee in diesem Bikercafé in der Nähe von Neuhaus (immerhin mal von innen gesehen) zog alles links und rechts der Kilometer heiß und grell vorbei. Erst bei Wittenberge bremste ich, überquerte die Elbe und sah die Doppeltürme einer Altmärkischen Klotzkirche am Horizont. Es war Seehausen, so weit war eine Nachmittagstour noch nie. Ein spießiges Café hatte auf, aber keine Soljanka im Angebot. Ich fuhr auf der anderen Seite zurück, Hitzacker, Bleckede usw. Um die einzige Serpentine im Elbhangsgebirge, wo immer die Biker stehen und auf Peinlichkeiten warten, hechte ich laut und peinlich aufsetzend. Am Ende musste ich immer öfter Pausen einlegen, konnte kaum noch sitzen und schlief dauernd ein. An den Kauf von Grillfleisch im Bahnhofs-Edeka war nicht zu denken. Ein Döner musste reichen.
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