Es war schon zum Frühstück Sommer, ein Supertag, eine Sensation, jetzt war alles drin. Wegen des Gegenwindes krochen wir die Deichstraße entlang und brauchten in der toten Stadt Lauenburg ASAP einen Cappuccino im Pappbecher. Das war an der Tanke, die sich vor unseren Augen zu einem deftigen Bikertreff verwandelte. Alle wollten auf der B195 durch die Elbauen, wir auch. In umgekehrter Richtung kennt man nicht jede Perspektive schon auswendig, und so genossen wir die 80 Sachen, mit denen der flirrend grüne Tunnel über uns hinweg zog. Die Straße war dann doch ganz und gar leer, seit zig Kilometern rollten wir, ohne einmal runter zu schalten. Dömitz war schneller da, als gewohnt. Wir saßen (schon wieder) an der Tanke auf der Holzbank und aßen mitgebrachte Brötchen. Ohne nachzudenken fuhren wir weiter, durch die immer enger werdende Allee bis Wittenberge. Die Brücke, dann endlich ein freies Stück Bundesstraße zum durchatmen. Das zog sich dann aber ganz schön, auch die Verbindung nach Arendsee, darüber konnten auch die Rapsfelder und Altmarkkirchen nicht hinwegtäuschen. Die Kaffeepause in Lüchow war bereits letzte Not, und irgendwann später bemerkte Anja, dass wir auf dem besten Weg seien, die 400 Km zu knacken. Lünebureg, Lauenburg, zweiundzwanzig Grad. Willenlos, mit müden Knochen fraßen die Kilometer auf, längst satt, bis der Teller leer war wie unsere Köpfe.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen