20 Jahre !!!

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Montag, 21. April 2014

Nord

Erst waren wir in Wedel zum ausführlichen Beratungsgespräch über Nordfernziele, aber an diesem Ostersamstag ging es erst mal um den näheren Bereich im Nordwesten. Die Sonnenblende blieb heruntergeklappt, denn das Licht schien gleißend auf die farblosen Dörfer zwischen Elmshorn, Kellinghusen und Hohenweststedt. Aus Ost jagte ein heftiger Wind, so dass man nur ausnahmsweise mal ins Gleiten kam. Manchmal erhob sich ein Geestrücken aus der Ödnis der Marsch und brachte Momente der Fahrfreude. Dann lagen wieder baumlose Geraden und der Wind vor uns. Friedrichstadt war voller Touristen (zu recht!) aber auch Arschlöcher waren dabei. Gut, dass wir bei unseren Freunden in einem nicht all zu weit entfernten Ort erwartet und bestens untergebracht wurden.

Am Sonntag hatten wir uns eine gut aussehende Route durch den obersten Teil des Landes herausgesucht. Zuvor gerieten wir jedoch in Husum unfreiwillig in die Ausläufer des dortigen Mogo. Wir taten so, als ging all das uns nichts an (tut es ja auch nicht) und kämpften über Viöl und Jübeck gegen den atemlos über die traurige Landschaft peitschenden Ostwind an. Die Gegend war sehr sparsam, daran änderte auch die Sonne nichts. Sie schien machtlos auf menschenleere Orte, monoton und konturlos. Das Land ist hier so schmal, dass wir bald in die Nähe der Ostsee kamen. Bei Missunde überquerten wir die Schlei mit einer Seilfähre. In der Nähe von Eckernförde gibt es ein prächtiges Mittelgebirge, das in der Nachmittagssonne maigrün leuchtete (im April). Aber der Wind kam übers Meer direkt aus Sibirien und wir waren froh, als wir ihn endlich im Rücken hatten. Auf dem Weg nach Erfte sah es dann wieder aus wir in Holland. Zum Glück hatte der Lidl noch auf, so dass wir nicht mit leeren Händen bei unseren Gastgebern aufschlugen.
Ostermontag: Der Regen sollte angeblich gegen Mittag verschwinden, tatsächlich kam er gar nicht. Nur milchige Wolken und nach wie vor der scharfe Ost begleiteten und auf dem Rückweg die grenzenlos monotone B5. Heide, Meldorf, Brunsbüttel - trübe Orte, die erst unter fahlem Grau ihre vollendete Tristesse entfalten. Wir nahmen den Weg über Brokdorf, Glückstadt, Elmshorn, nunmehr sonnig. Der Schluss war ein wilder Slalom zwischen weit sichtbaren Schauerzellen hindurch (mit Erfolg!), der uns bis in ungeahnte Ecken Pinnebergs verschlug.

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