Halb sog mich die B3 in sich hinein, halb trieb mich der kalte Nordwind vor sich her. Die Straße strahlte Endlosigkeit aus, man würde für immer durch sie gleiten und nicht mehr an die Rückfahrt denken. Der lange Asphalt, die Waldschneise, die monoton brummende Maschine, ich. Sonst nichts. In Schneverdingen machte ich halt bei dem riesigen Motorradgeschäft. Ich trank dort Kaffee, schlich um die Bikes, als bräuchte ich eins. In Wirklichkeit wollte ich mich nur aufwärmen. Südlich gibt eine herrliche Nebenstrecke über Neuenkirchen nach Soltau. Immer noch easy vor dem Wind fuhr ich immer weiter, nach Süden, bis Bergen. Über Herrmannsburg und Faßberg nahm ich Landstraßen, die über sanfte Kuppen, durch Wäldchen und aufgedonnerte Heidedörfer verliefen. Den Wind nun von vorn, verloren in diesem riesigen Land, rollte ich mich mit 80 Sachen. Es folgten Munster, Bispingen, Pferdekutschen und große Weiten, in denen ich den Bezug zu Raum und Zeit verlor. In Sonnenlöchern konnte man auf einer Holzbank sitzen, sich aufwärmen, die Handschuhe auf dem Motor. Das letzte Stück über Egestorf, Undeloh, Welle war filmreif, und ließ viel Raum für Gedanken, z.B. an eine heiße Badewane. Ich fuhr auf der Autobahn in die Stadt zurück, durch die bekannte Kulisse mit den großen Schiffen, eingekuschelt in den Windschatten eines LKW.

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