Am Samstag mussten wir mit den Vanvans um 11:23 Uhr in Grevesmühlen am Hauptbahnhof sein, und zwar um Thomas dort abzuholen.Wir nahmen die Route vom letzten Mal und froren uns die Füße ab, dabei war es mitten im August. Thomas stieg aus dem Nahverkehrszug und wir fuhren nach Upahl-Boienhagen, wo Thomas seine Grüne in Empfang nahm, ohne sich die Rührung anmerken zu lassen. Nun waren wir zu dritt unterwegs und Berlin lag in weiter Ferne. Vor uns lag ganz Mecklenburg, das wir mit Geduld und Vollgas durchquerten. Nicht auf direktem Weg, sondern auf einer äußerst abwechslungsreichen Tour durch weites Hügelland, auf schmalen Pfaden um die Seen um Müritzgebiet, durch endlose Wälder und nie gesehene Orte abseits von allem. Inzwischen brannte die Sonne wie in alten Zeiten. Mancher Schauer war unmittelbar vor uns abgezogen, sodass die Straßen dampften. In Rheinsberg konnte man dekorativ vorfahren und Gulaschsuppe kommen lassen, danach war Berlin schon in Sichtweite. Oranienburg, schließlich die bedeutende B 96 bis ins Herz der Hauptstadt. Anja und ich hatten über 400 Kilometer auf der Uhr, bis spät in die Nacht gab es nur ein Thema: Benzin.
Als wir am Sonntag wir unterwegs waren, schnarchten die Berliner noch. Heute kam der Wind von vorn, so dass der Sechste Gang unerreichbar bleib. Bei Perleberg bogen wir von der B 5 am Richtung Elbe. In Sichtweite sahen wir sorgenvoll dicke Schauerzellen am weiten Horizont, aber durch ein Wunder wir flutschten immer im richtigen Moment zwischen ihnen durch. Die B 195 war leergefegt. Ein Stückchen weit wurde der Asphalt durch eine unterhaltsame Gravelroad ersetzt. Das alberne Baustellenschild beeindruckte uns nicht. Kilometer kamen und gingen, der Wind war kalt, die Wollsocken machtlos. Aber man konnte jederzeit in ein Stück Kiefernwäldchen in den Elbauen abbiegen, und sich an einer sonnigen Phase erwärmen. Nach 300 Kilometern stellten wir die Vanvans in die Garage, zufrieden und einen Gruß zum Chapter Friedrichshain schickend.

