Noch während Anja ihren Geburtstagskuchen ausblies, poppte im Internet eine grüne Vanvan auf. Sie hatte das Potential, die zermürbenden Diskussion zu beenden. Von Thomas E. aus B. kam per SMS die Freigabe, das Gerät zu sichten und am besten auch gleich zu kaufen. Hektisch machten wir uns auf einen pragmatischen Weg über Bergedorf, Schwarzenbek, Ratzeburg, Gadebusch bis zu einem verstecken Dorf mit total verkorksten Hausnummern in der Nähe von Grevesmühlen. Während ich eine leise schnurrende Probefahrt machte, ohne Nummernschild, geschweige denn Helm, kam die Sonne raus und der Deal war perfekt. Danach saßen wir beim Eis in Grevesmühlen und mussten immer wieder über die Vorstellung schmunzeln, dass wir nun drei sind und Thomas damit einen Platz im Club hat. Chapter Berlin-Friedrichshain. Die ganze Rückfahrt malten wir uns noch irre Treffen aus, während das endlosen, abgeernteten Felder Nordwestmecklenburgs und schwere, alte Alleen vorbeizogen. Es war die romantische Buckelpiste von früher: Rehna, Carlow, Klocksdorf. Weil es so schön und so sommer war, und irgendwie so genau richtig (und wir Angst vor der Gewitterfront bei Hamburg hatten, die, wie immer, gar nicht kam), zögerten wir es noch über Mustin, Salem, Zarrentin hinaus, dann die nie endende Waldstraße nach Büchen. Alles Straßen, auf denen die Vanvans schon immer flott und zu Hause waren, das hatten wir um ein Haar vergessen.
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