Es war einer der vielen heißen Sonnabenden dieses Sommers. Während wir mit höchstens 100 Km/h auf der Autobahn nach Geesthacht dahin krochen, war eine gewisse Bettschwere nicht zu leugnen. In Lauenburg an der Tanke tankten wir nicht, sondern holten Cappuccino aus dem Automat. Er half über die nächsten Kilometer hinweg, die wir gleichmütig entlang rollten. Die Umgehungsstraße Boizenburgs, so altbekannt und doch so lange nicht gesehen. Dann die B195, deren Abzweig wir glatt verträumten und erst ein gutes Stück auf der B5 fuhren, unter Kastanien, die schon bräunlich wurden und Stoppelfelder, die heiß staubten. Zwischen Neuhaus und Dömitz, irgendwo im flirrenden Nachmittag, nahmen wir einer Eingebung folgend eine Seitenstraße. Sie führte Richtung Strachau, an einem Deich entlang hinter dem sich tatsächlich die Elbe befand (und nicht endlose Auen, das weiß man nie vorher). Auf einer Buhne fanden wir einen etwa drei Quadratmeter großer Strand. Wir breiteten unsere Decke aus und erholten uns von der beschwerlichen Reise. Immer wenn es zu heiß wurde, badete ich im Fluss. Das ging einige Stunden so. Dann fuhren weiter bis Dömitz, über die Brücke, geradeaus bis Dannenberg, und dann in einsetzender Abendstimmung die traumhafte B218 gen Westen. Anja ist von der Straße noch nicht restlos überzeugt, aber einige Abschnitte fand sie immerhin schon ganz okay. Ab Lüneburg nahmen wir die kürzlich ausgegrabene Rest-B4, kamen bei Hoopte an die Elbe und endeten wie immer in einer völlig überhitzten Stadt.

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