Wir saßen in der Loggia und warteten, bis das Regenband durch war. Dann starteten wir, ohne große Erwartungen. Denn alles was wir sahen, war die Trägheit eines schweren Spätsommersonntags. Uetersen lag dämmernd da, auf den Landstraßen kroch der Nachmittag träge dahin. Wir landeten am Bikertreff in Kollmar, dort gab es immerhin einen großen Becher Cappuccino, dazu wieder die ach so beliebten Bikergespräche vom Nachbartisch. Der Tag hätte so zu Ende plätschern können, aber wir wollten noch einen kleinen, nicht weiter geplanten Bogen irgendwie hintenrum nehmen. Daraus entwickelte sich zu unser eigenen Verblüffung eine reelle Tour. Zuerst durch die Marsch, die selbst bei Sonne düster und zerzaust aussieht, dann abwechselnd über Geestkuppen, einsame Alleen und Kurven, wo sie keiner mehr vermutet. Kilometer verflogen ohne Störung, es war Cruisen wie im Bilderbuch. Kanalfähre, Hochdonn, Albersdorf. Ohne Ziel, ohne Karte, die Orientierung nach den sinkenden Sonne. Trotzdem hätte längst Bad Bramstedt ausgeschildert sein müssen. Hohenlockstedt kam mir bekannt vor. Hier ist auch die B206, ein nie gesehenes Ende, kurvig und buschig. Wie so oft, flogen wir von Norden in die Stadt rein, als die Neonreklame gerade an ging. Wohlig erschöpft, und mit leerem Kopf.
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