Die großen Brötchen zum Einheitswochenende hatten wir abgesagt. Statt im Nieselregen durch den Harz zu fahren, buchten wir eine anspruchslose Tagestour in den Norden. Etwa in Höhe Bad Bramstedt kam mir dieses Mittelgebirge in der Nähe von Kiel in den Sinn. Gerade als ich zwischen Neumünster und Rendsburg die Ödnis der Strecke kaum noch wegzudiskutieren konnte, stellten wir fest, dass wir schon ganz in der Nähe waren. Tatsächlich, zwischen Nortorf und Westensee lag der Gebirgszug prächtig in der Sonne. Beim Versuch, eine Runde über kringelige Bergstraßen zu drehen, relativierte sich alles hin zu belanglosen Hügeln und Knicks. Die Gegend ist schön, aber wenn man Kaffeedurst hat, wird es problematisch. Vor allem muss man höllisch aufpassen, nicht zu nah an Kiel ranzukommen, denn wer will das schon? Es war klar, wir mussten zurück zur Kanalmetropole Rendsburg. Am umwerfend tristen Marktplatz saßen wir mit mittlerem Cappuccino und überraschend saftigen Mandelhörnchen. Aber wir waren uns einig, der Nobelpreis wird hier nicht vergeben. Bislang konnte man den Tag noch als Spätsommer verargumentieren. Aber auf der Rückfahrt auf z.T. bezaubernden Alleen nach Aukrug kamen die ersten Schleierschauer. Dann richtige Schauer, Kälte, klamme Finger, Wasser im Kragen usw.. Anja neigte zu Fäkalausdrücken, wenn wir an einer roten Ampel die Lage besprachen. Am Ende war alles halb so wild, und wir waren froh, als die rettende Stadt uns herzlich aufnahm und uns wärmte.

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