Während Anja in China Gin trank, wartete ich darauf, dass sich der Nebel verzog und den versprochenen goldenen Oktobertag freigab. Nichts passierte. 10 Kilometer südlich hatte das Wetterradar dann aber recht. Aus diffusem weißen Dunst arbeitete die Sonne Wald und Wiese in schönsten Herbstfarben heraus. Auf der B3 rausche ich gedankenversunken durch den Nachmittag. Nachdem ich die für meinen Geschmack zu zahlreichen Familienkutschen hinter mir gelassen hatte, zog die Bonnie ihre Bahn so losgelöst und ungestört wie in etwa ein Airbus über der Mongolei, zumindest kam es mir nach einer Weile so vor. In Soltau saß ich allein bei einem Cappuccino und betrachtete den nicht endenden Strom von Bikes mit Fahrern in Goretex, die nochmal frei bekommen haben. Da mir las losgelöste Gleiten heute sehr lag, fuhr ich noch ein langes, einsames Waldstück auf der B209, dann über Amelinghausen, dann Winsen, dann die Elbe. Hamburg lag nun an der Grenze der Nebelwand und sah sehr beeindruckend aus. Klar wurde es am Schluss kühl, aber ich war froh, nicht wie die Millionen in der Hafencity spazieren gehen zu müssen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen