Samstag, 11 Uhr. Leichte Bewölkung, zäher Verkehr. Ich sitze im Sattel einer dunkelweißen Vulcan S auf Probefahrt. Kleine Hafenrundfahrt, mal Gas stehen lassen. Dann durchs Dickicht nach Eppendorf, Anja zeigen. Alles gut, alles schön, und überhaupt, mal wieder Cruiser fahren. Nur die Testosteronproduktion wird nicht wie erhofft vom Sportvulkan getriggert.
Den Rest des Tages verbrachte ich daher wieder mit der Bonnie. Aus Westen kam ein bissiger Wind, gegen den ich mit langer Unterhose und Wollsocken ankämpfte, bis ich auf unzähligen Umleitungen im gottverdammten Alten Land, hinter quälenden Wohlstandskolonnen, den Lüheanleger erreichte. Tatsächlich waren einige Biker da, und von den 30 Wurstbuden war noch genau eine übrig. Der Wind hatte nicht wie versprochen die Wolkendecke weggeschoben, im Gegenteil. Bevor der Kaffee im Pappbecher gefroren war, machte ich mich auf den Rückweg. Über der Stadt war blauer Himmel, aber außer der Aussicht auf eine warme Badewanne konnte mich inzwischen nichts mehr locken.

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