Anja hatte Bedürfnisse angemeldet: Mal nicht arbeiten, sondern Mopedfahren, und zwar so, dass man sich frei fühlt, und mit Kurven. Der Tag war dafür gut. Erst hielten wir in Reinfeld und trafen kurz Birte, dann ließen wir uns von Gefühlen leiten, über die beliebte Dorfstrecke Zarpen, Ahrensbök bis nach Eutin. Dort war zwar ein Bluesfestival, aber wir brauchten Kaffee und mussten das eine Zeit lang aushalten. Intuitiv ging es weiter, so als führe man nach Fehmarn. Ich bog beim Bungsberg aber scharf links ab und wir kurvten durch selten befahrenes Gebiet bei Hansühn, Kaköls und Lütjenburg. Hier oben ist nichts los, man hat alles für sich und die Straßen liegen kurvig in sanften, knallgelben Hügeln. Es ging so oder so ähnlich die ganze Zeit weiter, durch dunkle Wälder bis ins touristisch aufgepimpte Malente, von da nach Plön zum Bikertreff am See. Da war es wie immer recht traurig, doch die Landstraße über Blunk nach Klein Rönnau, inzwischen im Spätnachmittagslicht, lockte mit weiteren eleganten Schwüngen. Bis zum Schluss blieben wir auf dieser Art Straßen, was nie müde machte, und irgendwie tatsächlich ein Gefühl der Freiheit hinterließ.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen