Wir standen staunend vor einem Frühsommertag wie aus dem Märchenbuch. Was soll man nur machen? Vielleicht erstmal aus der Stadt raus, das ging ganz easy, es war früh und alle hatten verschlafen. Geesthacht, Lauenburg, Boizenburg, dann endlich mal die B195. Hier war niemand außer uns. Wir glitten durch die Kurven und die Alleen, und das Land, die Dörfer und der Himmel sahen aus, als hätte man schon auf "Bild verbessern" geklickt. Im Osten holten wir langsam aber sicher das Wolkengebiet ein, und das war doof. Wir guckten in den Himmel und legten die Route fest. Eine halbe Stunde später tranken wir Kaffee vorm Backshop in Dannenberg, wo die Zeit mühsam mit dem Nachmittag rang. Wir aber wollten es wissen, fuhren ein langweiliges Stück Kolonne auf der B216 und bogen bei Göhrde auf eine flirrende Märchenwaldstraße ab, die oben auf der Ebene mit den Birkenalleen rauskommt. In der Nähe war Bad Bevensen, von hier aus war es nur ein kleiner Sprung in die Heide. Irgendwo im Wald machten wir Pause, unendlich müde. So viele Kilometer und immer noch soviel Tag übrig. Wir fuhren beim Straßencafé in Soltau vor und bestellten was zu Essen. Auf der Rückfahrt war endlich der Abend da, und alles sah noch künstlicher aus als den ganzen Tag schon. Nur das summende Gefühl wohliger Erschöpfung nach 350 Kilometern, das war echt.
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