Diesmal hatte ich mir von Anja schriftlich genehmigen lassen, in ihrer Abwesenheit 'eine kleine Runde' mit der Sixty-Two drehen zu dürfen. Es war nämlich gar nicht so grau wie auf der Wetterkarte. Als ich unterwegs war, mit Rukkaanzug und Daytonastiefeln, trieb mich gleißende Mittagssonne mit satten 5 Grad immer weiter Richtung Stadtrand. Hinter Wedel fand ich mich auf einer Landstraße in freier Wildbahn wieder, beherzt segelnd durch die spröde Februarlandschaft. Es ging Richtung Uetersen, irgendwo bog ich ab nach Pinneberg. An den Ampeln sammelte sich immer genug Wärme um den Bogen bis Quickborn und Norderstedt zu spannen, durch Permafrost und vorbei an den samstäglichen Einkaufszentren der Vorstädter. Erst ganz am Ende zog sich der Himmel zu und es froren die Finger und der große Zeh. Aber bitte, das sind Luxusprobleme. Die Runde war groß und der Tag war voller Licht.

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