Der Frühling war unbeeindruckt von allen Beschränkungen. Er war draußen und wurde jedes Wochenende besser. Am Sonntag erschien Stayathome nur als eine Option vom mehreren. Weit stromaufwärts am Elbdeich musste es mindestens so sicher sein wie im Homeoffice. Um nicht aufzufallen (und um nicht so viel Zeit zu verlieren wie am Wochenende zuvor) kämpften wir mit der SR und der Mash mühevoll mit 100 auf der Autobahn nach Lüneburg gegen den strammen Ostwind. 50 Kilometer zogen sich wie Lichtjahre. Dort, in der Region, auf hellen Landstraßen, war niemand. Das ist da zwar immer so, aber es erhöhte das Sicherheitsgefühl. Erst bei Bleckede, wo wir den Elbdeich nach einem geheimen Plätzchen abscannten, fühlten wir uns bedrängt von allgegenwärtigen, in Minivans anreisenden Elektroradlern. Die Motorbiker auf der Elbuferstraße waren und blieben unsere Freunde. Sie erfüllten die Luft mit dem Sound der Lebensfreude. Fast auf dem Rückweg entdeckten wir bei Barförde ein unentdecktes, elektroradlerfreies Stück Deichvorland. Die Sonne schien auf die Picknickdecke, der Strom zog vorbei, als wäre alles Ordnung. Wir lasen ein paar Kapitel in Hard-Science-Fiction Romanen, dann gondelten wir auf der Süduferstrecke im Bummeltempo durch eine ungeahnte Milde nach Home.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen