Schwüle, die umschlug in Herbstwetter. Die rettende Idee kam erst recht spät. Zuerst hatten wir tastsächlich versucht spazieren zu gehen oder sinnvolle Dinge zu erledigen. Hat beides nicht geklappt. Jetzt rauschten wir zu zweit auf der Himalayan gen Westen. Die Elbmarschen zwischen Uetersen und Glückstadt geben an sich nicht viel her, doch bei diesem Wetter macht diese Landschaft Sinn. Zerrissener Himmel stürmte uns entgegen, Böen schüttelten uns durch. Sonnenstrahlen schossen brutal aus spontanen Wolkenlöschern, im nächsten Moment walzten bedrohliche Schauerfronten im Gegenlicht übers Flachland. Vor denen hielten wir wir respektvoll Abstand. In Wewelsfleth bewunderten wir einen echten P-Liner, fanden alles dufte, dachten noch kurz über einen hippen Filterkaffee im Glückstädter Beachclub nach, aber die nächste Regenzelle am Horizont kam ungebremst auf uns zu. Wir retteten uns mit Vollgas (diesmal mit Rückenwind) in ein Eiscafé in der Nähe von Holm. Die Front zog wenige Zentimeter am Cappuccino vorbei. Über Wedel kamen wir zurück in die Stadt. Wir waren noch so beschwingt, dass wir eine total überflüssige Runde durch den Freihafen im Hartlicht drehten. Einfach, weil wir es konnten.

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