20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Dienstag, 15. September 2020

Ich will cruisen.

Sonntag

Plötzlich wurde eine zweite Sommerwelle angesagt. Im System und fand ich noch reichlich Urlaubstage, klick klick klick, ich bin weg. Allein, cruisen, Anja verstand das. Es gab Strecken im Osten, die waren lang und weit. Die B218 bis Dannenberg, Lüchow, dann nach Salzwedel. Da löste es sich schon langsam auf. Gardelegen, Haldesleben, die Bolt in endloser Prärie durch den Tag laufen lassen, das war genau was ich wollte. Viel zu früh stand ich in Magdeburg vorm Hotel. Ich buchte das einzige Leihfahrrad der Stadt und fand sie gut.


Montag

Der Fläming sieht auf der Karte aus wie ein Mittelgebirge. In Wahrheit ist es ein kaum spürbarer Hügel, dafür mit leeren Straßen, die sich in weiten Bögen daran schmiegen. Ich durchfuhr Löburg, Wiesenburg und Belzig in sengender Sommerhitze, kam in eine bekanntere Region mit engen Alleen und besuchte Rembert im wohl beneidenswertesten Homeoffice aller Zeiten. In Lutherstadt Wittenberg hatte ich mir ein Zimmer gebucht. Bis dahin hatte ich viel Zeit. Es ging nochmals kreuz und Quer durch das Fläminggebirge, über unvorstellbare Holperpisten bei Wörlitz an den Rand einer anderen Landschaft im Süden, wo alles etwas tiefergelegt scheint. Die Lutherstadt war klasse, es war Sommer und man bekam sogar nach 21 Uhr noch einen Absacker.

Dienstag

Aufbruch in herrlicher Morgenfrische, kurz nach Acht. Das war unbeschwertes Schwingen über Zisar, Gentin, hoch nach Jericho. Ich wollte unbedingt nochmal diese Straße bei Wusterdamm fahren. Hätte ich doch bloß an der Tanke auch getankt, statt nur Cappuccino zu trinken. So machte ich noch eine Extratour nach Rathenow. Hinter Havelberg ging es auf den kleinen Buckelpisten in die glühenden Elbauen. In Bad Wilsnack gab es auch diesmal nichts, aber in Wittenberge war gerade Mittagspause, da machte ich mit. Dösend unter einem Baum kurz vor Dömitz merkte ich, dass ich meine Mütze irgendwo verbummelt hatte. Die einzige Chance bestand darin, bis Lüneburg und von da auf der unschlagbaren B209 nach Munster zu fahren, um im dortigen Army-Shop eine neue zu besorgen. Dass ich schon 400 Kilometer auf der Uhr hatte, merkte ich nicht mehr. Im Gegenteil, ich fuhr zur Belohnung noch auf ein Alkoholfreies nach Soltau. Erst dann rollte ich in vollster Zufriedenheit auf der B3 nach Hause.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen