Alles fokussierte sich auf einen Punkt, genauer einen Sonntag im Mai, der alle Hoffnung auf eine neue, bessere Zeit speiste. Der Tag kam, und die Wärme vergangener Sommer. Die leichten Sachen, die dünnen Handschuhe, weitreichende Tankfüllungen. Über die Norderstedt verließen wir die Stadt, raus aufs Land, in die Freiheit. Ich hatte eine Route im Dorf-zu-Dorf Mode programmiert. Wir durchkreuzten das Gebiet zwischen Kisdorf, Hartenholm, Wahlstedt, sahen unentdeckte Landstriche und Bekanntes, nur von der anderen Seite, grünes Grün und gelbes Gelb. Bei jedem Halt wanderte ein Kleidungsstück in die Rucksäcke, wurden Lüftungsschlitze geöffnet und Wasserflaschen geleert. Nach über hundert Kilometern erreichten wir Telse inmitten eines grünenden, blühenden Idylls namens Neukoppel. Eine heile Welt, wo immer Sommer ist und wo wir sicher waren vor der Realität. Man hätte noch eine ausufernde Rückfahrt planen können, doch wir waren gesättigt und etwas ängstlich vor den Schauerzellen auf dem App. Insofern war es vollkommen ausreichend, träge auf der B75 in die Abendsonne zu gleiten, die Bikes in die Garage zu rollen und mit einem Sundowner auf dem Balkon den kürzesten Eintagssommer aller Zeiten zu verabschieden.
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