Wir gingen es ganz entspannt an. Warten, bis das Regenband durch war, dann ab auf die B3, durch einen windig-wechselwolkigen Nachmittag. Das folgende Stück zwischen Celle und Hörden war offenbar dasselbe wie beim letzten Mal, aber wir erkannten kaum etwas wieder, außer dem Fotogen in der Landschaft stehenden Kraftwerk von Mehrum. Hinter Holle kamen einige sehr gut zu fahrende kurvige Waldabschnitte, alles ging recht fluffig, und wir erreichten den Harz über Lauthenthal und die herrliche Rennstrecke Wildemann-Clausthal.
Den Sonntag verbrachten wir in einem unentdeckten Gebiet im Westen. In der Morgenfrische ging es durch eine heile Epoche 3-Welt im Grenzland bis Göttingen, dessen ausgedehnte Villengebiete wir ungewollt kennenlernten. Südwestlich der Stadt begann eine ausgeklügelte Route durch die Wälder und kuppige Mittelgebirge zwischen Witzenhausen, Nieste und Lichtenau. Es ist eine traumhaft zu befahrene Gegend, die der Dosenfahrer höchstens als "Kasseler Berge" kennt, andere aus dem Inneren eines ICE-Tunnels. Die Straßen, das wuchernde Grün und die Sonne hatten wir weitgehend für uns und unsere 400er allein. Über den Hohen Meißner kamen wir ins Werratal, und von dort auf die andere Seite. Im Bergland unmittelbar hinter der Grenze gib es sagenhafte Nebenstrecken zwischen versteckt liegenden Dörfern. Am Ende einer sich endlos windenden Landstraße lieg ein Grenzmuseum mit allerlei Kalter-Krieg Schrott, das wir besichtigten. Für die Rückfahrt genossen wir die erholsamen großen Schwünge freier Bundesstraßen. Wir landeten punktgenau beim Serra-Döner in Clausthal. Der urbane Hauch tat gut.

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