20 Jahre !!!

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Montag, 14. Juni 2021

Fahrfreude

Wir gingen es ganz entspannt an. Warten, bis das Regenband durch war, dann ab auf die B3, durch einen windig-wechselwolkigen Nachmittag. Das folgende Stück zwischen Celle und Hörden war offenbar dasselbe wie beim letzten Mal, aber wir erkannten kaum etwas wieder, außer dem Fotogen in der Landschaft stehenden Kraftwerk von Mehrum. Hinter Holle kamen einige sehr gut zu fahrende kurvige Waldabschnitte, alles ging recht fluffig, und wir erreichten den Harz über Lauthenthal und die herrliche Rennstrecke Wildemann-Clausthal.

Den Sonntag verbrachten wir in einem unentdeckten Gebiet im Westen. In der Morgenfrische ging es durch eine heile Epoche 3-Welt im Grenzland bis Göttingen, dessen ausgedehnte Villengebiete wir ungewollt kennenlernten. Südwestlich der Stadt begann eine ausgeklügelte Route durch die Wälder und kuppige Mittelgebirge zwischen Witzenhausen, Nieste und Lichtenau. Es ist eine traumhaft zu befahrene Gegend, die der Dosenfahrer höchstens als "Kasseler Berge" kennt, andere aus dem Inneren eines ICE-Tunnels. Die Straßen, das wuchernde Grün und die Sonne hatten wir weitgehend für uns und unsere 400er allein. Über den Hohen Meißner kamen wir ins Werratal, und von dort auf die andere Seite. Im Bergland unmittelbar hinter der Grenze gib es sagenhafte Nebenstrecken zwischen versteckt liegenden Dörfern. Am Ende einer sich endlos windenden Landstraße lieg ein Grenzmuseum mit allerlei Kalter-Krieg Schrott, das wir besichtigten. Für die Rückfahrt genossen wir die erholsamen großen Schwünge freier Bundesstraßen. Wir landeten punktgenau beim Serra-Döner in Clausthal. Der urbane Hauch tat gut. 


Montag wurde es heiß. Wir hatten eine Heimreise programmiert, die eine leicht östlichen Bogen nahm und viel Luft ließ. Zunächst ging es in unschlagbarer Morgenluft noch einmal komplett durch den Harz, schwingend und frei. Von Wernigerode aus führten die Straßen über weites, leeres Land nach Norden. Zwischen Schöppenstedt und Königslutter kam nochmal eine nette Bergkette. Gerade als ich die Himalayan mit Schmackes die Steigung hochstampfen ließ, brach die Leistung ab und die Maschine blieb mit einem unschönem Geräusch an einem Waldweg stehen. Es folgten Telefonate und eine Fahrt im Abschleppwagen nach Braunschweig, der vorläufigen Endstation der Himalayan.


Anjas Mash brachte uns beide, sowie das Wichtigste an Gepäck, tapfer und ausdauernd auf sensationellen, schier endlosen, grünflirrenden Geraden durch einen heißen Sommernachmittag nach Hause. Überraschenderweise überwog bis zur zugegebenermaßen etwas schmerzhaften, aber zufriedenen Ankunft in Hamburg die Fahrfreude. Die schlägt alles.




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