Anja musste erneut abgeholt werden, diesmal bei Heike in Lübeck St. Lorenz-Nord. Sie war als Selbstfahrerin da, was bedeutete, ich konnte am Samstagnachmittag entspannt die Bolt satteln und mich auf einen schönen Umweg dorthin machen. Ich wusste, es waren Schauerzellen auf dem Radar und nahm eine sichere, maximal östliche Route über Schwarzenbek, Mölln usw.. Es kam aber der Punkt, an dem das Grau vor mir echt bedenklich aussah. Tatsächlich hatte sich über Lübeck ein Regengebiet gebildet, dass ich durchziehen ließ, indem ich vollkommen absurde Ausweichmanöver bis ganz nach Wakendorf II unternahm. Es funktionierte, aber es war albern, denn das Unwetter waren nur einzelne, unmotivierte Tropfen, wie ich später erfuhr. Ich sammelte Anja ein und wir cruisten noch beherzt (aber orientierungslos) auf unbekannten Wegen im Bermudadreieck Arfrade-Dissau-Reinsbek umher, fielen in Strukdorf ein und verbrachten einen fröhlichen Abend mit den Üblichen Verdächtigen.
Sonntag begleitete Horst uns ein Stück auf seiner NC. Die programmierte Route funktionierte perfekt, es ging bei bestem Wetter über das grünende Land Richtung Osten. Ratzeburg durchfuhren wir nur, viel besser waren die Landstraßen durch das dahinter vergessene Grenzgebiet zwischen Mölln und Kittlitz. Dass ich mich verfranst hatte, bemerkte keiner. Es war auch egal, denn Horst kannte ein spitzenmäßiges Gartencafé und bezahlte auch den Kuchen. Wir trennten uns dort, Anja und ich drehten eine weitere unfreiwillige Runde über Salem, kamen letztlich auf die unvergleichlich schön und einsam in der Spätnachmittagssonne liegenden Straße von Zarrentin über Gudow nach Büchen. Zum Abschluss gönnten wir uns noch die Deichstraße, müde und zufrieden, fast so wie damals im Sommer.

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