Als Teil der Großen Strategie lag eine Besichtigung Halberstadts an. Beinahe wären wir mit der Bimmelbahn gefahren, aber das Wetter war letztlich gut genug für eine Fahrt auf der weißen Honda, mit langen Unterhosen und Heizgriffen. Auf der Autobahn nach Lüneburg verloren wir nicht viel Zeit, es folgte ein Stück B4, die wir seit Jahrzehnten meiden, die heute, am Sonntag, aber flüssig zu fahren war. Die Route führte diagonal über Wittingen, am Rande Wolfsburg entlang und es war schön, wie nach und nach die ersten Harzausläufer spürbar wurden. Das letzte Stück auf der B79 waren reiner Genuss, es war niemand unterwegs außer uns. Das setzte sich dann auch so in Halberstadt fort. Es hat ein spektakuläres Stadtbild, aber kaum einen Menschen, geschweige denn ein Café für einen Sundowner.
Sonntag war schon Montag, aber das war so geplant. Wir versuchten, großräumig alles zu umfahren. Das gelang perfekt auf einer raffiniert gelegten Route über den Huy, durch das Allertal, den Drömling, auf enorm abwechslungsreichen Landstraßen über Völpke, Köckte, Klötze, Clenze bis hoch ins Wendland. Die Sonne schien mit Wucht auf den sprießenden Frühling. Über Pudripp und Plumbohm kamen wir an die Elbuferstraße. Mit dem Privileg des Montagsfahrers nahm ich das verbotene Stück durch die Berge bei Hitzacker. Danach schaltete ich das Navi aus, und fuhr nach Hause wie seit Jahrzehnten.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen