Cruisen ist geil, dachte ich als die Bolt und die Rebel durch Eppendorf bullerten. Wir hatten eine ordentlich lange Strecke vor uns: 150 Kilometer nach Fehmarn, zu unseren Brüdern, total cool! Weil das so weit war, nahmen wir mal die extrablöde Strecke auf Bundesstraßen nach Segeberg, Ahrensbök, Neustadt. Das ging zwar einigermaßen flüssig, aber als Teil einer deprimierenden Autokolonne, die sich dösig durch monotone Buschtunnel an die See quält. Über den Sund wehte es stramm, kurz danach erreichten wir Burg. Als wir das sahen, fiel es uns wieder ein: Das sind gar nicht unsere Brüder, sondern unattraktive alte Männer von gestern, ohne Stil und Schalldämpfer. Wir bestellten einen Eiskaffee und hofften, nicht in diesen Topf geschmissen zu werden. Das war aber längst geschehen. Richtig befreiend war dann die Rückfahrt über die altbekannte, unschlagbare Route über Lensahn und Eutin, jetzt sogar mit Rückenwind. Die Cruiser cruisten ungestört über weites, gelbes Land. Ich baute bei Schwartau noch eine Expedition am Pariner Berg ein, und einen Stopp am Hähnchen-Eck. Die B75 nach Hamburg lag kühl unter einer farblosen Decke. Der Fahrtwind löschte, was nicht mehr benötigt wurde.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen