Der Wetterbericht war, als wolle uns jemand schnell noch einen Geschenkkorb mitgeben. Ja, der Termin wog schwer, daher diskutierten wir, bis ein Kompromiss auf dem Navi stand. Wo kam alles zusammen, echte 22 Grad, eine würdige Unterkunft, am Endpunkt 200 Kilometer goldgelb leuchtender Nebenstrecken? In Braunschweig. Vor Aufregung verirrten wir uns im Gewirr zwischen Harburg und Meckelfeld, aber das war alles vergessen, als der irreal warme Tag als endloses, störungsfreies 90-Km/h Kontinuum vorbeifloss. Wir hätten jauchzen sollen, aber es war stattdessen ein introvertiertes Genießen ohne Pathos, mit den Sinnen auf Asphalt, Licht, Motor. Irgendwann liefen wir in Braunschweig ein, parkten vor Fachwerk und verbrachten einen lauen Abend in Every German Innenstadt.
Der Montag war noch ein Sonntag, unter der im Prinzip gleichen Sonne und auf der gleichen Strecke. Die Fahrt nach Norden bedeutete nochmal dreieinhalb Stunden Gold, allerdings verlor sich ab der Hälfte die Wärme im Nebel. Wir erreichten durchgefroren und wortlos die Stadt am Endpunkt des Oktobers, sahen super aus in Jeans und Lederjacke, und bereuten keinen Meter.
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