Anja hatte konkrete Vorstellungen: McPom sollte es sein, auf kleinen Wegen. Das passte mir gut. Ich programmierte im kürzeste-Route Modus, wir füllten die Wasserflaschen auf und starteten die Hondas. Zunächst bretterten wir auf der Autobahn bis zur Grenze bei Gudow, die restliche Strecke war der totale Gegensatz. Hinter Kittlitz begann das Dorf-zu-Dorf Abenteuer. Verwunschene Plattenwege durchs Gebüsch, oder am Rande riesiger Felder, die meisten schon abgeerntet, oder gerade dabei. Das Grün der dicken Alleen wucherte als wäre Frühling, darunter knorpeliger Asphalt und summende Sommerwärme. Wenn mal wieder ein Stück Gravel kam, kommentierten wir es schon nicht mehr. Aber eine freie Landstraße zum Durchatmen zwischendurch nahmen wir dankbar an. Auf diese Weise kamen wir bis die Naherholungszone von Schwerin, umrundeten den See und erkundeten die weitläufige Leere einer Schweriner Plattenbausiedlung. Gleich nebenan ging es wieder durchs Dickicht, auf Landstraßen und mehr oder weniger gesperrten Waldwegen, wo niemand war, außer vielleicht einer lässigen Gruppe Simson-Freaks. Irgendwann war Spätnachmittag und unmerklich tauchten wieder vertraute Orte auf auf den Wegweisern auf. Wir nahmen noch die Deichstraße für das letzte Stück, alles andere wäre würdelos. Wir waren müde und total erfüllt von diesem Tag.
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