Ein letzter alleiniger Sonntag, und vielleicht der letzte überhaupt. Während Anja in 11 Km Höhe über Arabien schwebte, fuhr ich ohne Plan aus einer von Fußgängern überschwemmten Stadt nach Süden raus. Dort gab ich dem Tomtom eine zweite Chance. Ich tippte irgendwo auf den Bildschirm und ließ eine 'Spannende Route' ausarbeiten. Diese fuhr ich dann ungeprüft ab. Erfreulicherweise kamen diesmal tatsächlich unterhaltsame Strecken heraus, wobei die am besten waren, die auf versteckten Wegen an Waldrändern entlang führten, und in irgendwelchen Dörfern am Kuhstall wieder rauskommen. Die Sonne leuchtete filmreif auf gelbes Laub, ich ließ die 500X bedächtig durch die Hohlwege rollen, hinter jeder Biegung Wanderer, Wölfe oder Lehmschmiere erwartend. Der Endpunkt, den ich bei Lüneburg angetippt hatte, war irgendwo im Nichts. Das letzte Stück war daher ein vielleicht noch legaler, aber ganz klar peinlicher Waldweg, den ich lieber wegkürzte. Auch den letzten Wegpunkt über Undeloh löschte ich, kurvte lieber noch entspannt am Deich entlang und kam rechtzeitig in den sicheren Hafen. In der Stadt war schon Dämmerung und die Fußgänger waren immer noch da. Ich fuhr direkt zum Kärcher, sprühte die Waldwege weg, dann nach Hause und beobachtete Anja beim Landeanflug.

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