Um 22 Uhr Anja abholen, Göttingen Hbf. Das stand im Kalender, und das ließ sich einrichten. Gerne nicht auf der B3, lieber linksleinisch am Hang entlang, im Sunset, der dass das gelbe Gras leuchten ließ. In Göttingen war viel los. Anja stieg vom ICE direkt auf den Rücksitz der 500X. Auf der Schnellstraße rauschten wir mit der Dämmerung ins Wochenende.
Wie so oft begann der Samstag bei Louis in Göttingen. Anja hatte sich so hartnäckig über das Schreckliche Topcase der Honda beschwert - immerhin hatte sie es beim Hinterherfahren immer vor der Nase. Jetzt bekam die 500X eine Alukiste im GS Style. Um diese unter Echtweltbedingungen zu testen, lieferte ich nicht Pizzas aus, sondern packte unseren Kram hinein und programmierte eine große Runde durchs Eichsfeld ins Navi. Dort sind praktisch alle Strecken erstklassig und zeigen die Landschaft von ihrer besten Seite. Die Honda und die Royal Enfield schwangen leichtfüßig über Berg und Tal bis an den Rand von Heiligenstadt, dann Wörbis, und zwar meist auf verwegenen Nebenstrecken und brennender Sonne. Ein entdeckter Weg herum um den Ayers Rock in Holungen wurde erst offroad und endete im Nichts. Am Horizont waren das Harzmassiv zu sehen. Dort lockten frische Temperatur, schneidige Kurven und immer wieder die unschlagbare Panoramastrecke. Vor allem aber: Zwei halbe Hahn beim Wienerwald am Torfhaus. Gibt's dort wirklich. Als Bonus gab es noch die Rennstrecke hinunter nach Bad Ground. Die Bäuche waren voll, die Tanks fast leer, der Tag war wieder perfekt und manchmal fragt man sich, wo der Haken ist.
Der Sonntag war wechselnd diesig und uneindeutig. Das ist manchmal gut, um z.B. einen Falkenhof in Bad Sachsa zu besichtigen. Dorthin könnte man auf der Schnellstraße rauschen, oder besser kurvig über Bilshausen, Gieboldeshausen, Ruhmspringe, das macht aus jedem Tag Urlaub. Im Falkenhof waren beeindruckende Eulen, Adler und natürlich Falken. Die Adler guckten grimmig, waren aber angebunden. Für die Rückfahrt berechneten wir einen krassen Nebenstreckenkurs, um vor der Regenzelle in Northeim zu sein. Das klappte, war aber unnötig. Der Regen war zum Lachen, was wir auch taten.

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