Der Sonntag war noch besser. Anja war da, die Vulcan war aufgeladen, aber die Duc ging wieder aus. Was Anja blieb, war: Ansprüche anpassen an die Realität. In anderen Worten: Die Vanvan anorgeln (die läuft immer) und sich auf die schönen Dinge zu fokussieren. Davon gab es reichlich. Allein die Tatsache, mitten im Februar ganztägig durch die Sonne zu cruisen machte alles egal. Wir fuhren größtenteils meine Route von gestern nach. Das war auch für mich interessant. Auf der Vulcan nahm ich Kurven war, die gestern nicht vorhanden waren. Andererseits hatte ich überhaupt keine Probleme, mich Anjas Vanvan-Tempo unterzuordnen. Wir fuhren unbekannte Strecken, nicht weit hinter Harburg, und jede war eine unvergleichliche Panoramastraße. Orte wie Holm-Seppensen oder Trelde wurden Traumstädte. Es dauerte allerdings eine Weile, bis wir endlich eine geöffnete Tanke mit Cappuccinoautomat fanden, das war irgendwo westlich von Welle im Nichts. Zurück kamen wir über die B75 nach Buchholz. Es war noch hell in der Stadt und die Menschen liefen im T-Shirt rum.
über 20 Jahre !!!
Sonntag, 17. Februar 2019
Samstag, 16. Februar 2019
Geräusche
Klack-Brrrt war das beschissenste Geräusch was man sich überhaupt vorstellen konnte an diesem unfassbar vorfrühlingshaften Februartag. Es war aber auch das Einzige, was der Vulcan zu entlocken war. Die Sixty-2 stand gleich daneben. Die sprang an. Anja war nicht da. Ich fuhr los. Es ging erst behutsam auf die Dradenau, dann durch unentdeckte Ecken Wilhelmsburg, dann raus in die weite Welt. ich konnte es nicht richtig begreifen, auf freier Landstraße durch die Nordheide zu brettern, ohne zu frieren, einsam lange, lichte Waldgeraden entlang, und jede Kurve so schräg es ging. Die Sonne hing gelb und schräg am Himmel. Die Duc lief nur unter Last gut. Das ist natürlich ein Stück weit so konzipiert, aber irgendwas stimmte eindeutig nicht in Teillast. Um sicher zu gehen (und weil es geil war), donnerte ich zurück auf der Autobahn. Ich holte noch Abendbrot und stellte sie wieder in die Garage.
Samstag, 9. Februar 2019
Auf Knopfdruck
Im Vorfeld dieses Februarwochenendes sprach Anja große Worte. Im Winter sind 8 Grad mild. Letztlich wurde es ein stürmischer Samstag mit Schauerfronten und ich fuhr allein. Immerhin: So durfte ich die Sixty-Two ausfahren. Sie sprang auf Knopfdruck an, und brauchte wieder eine Weile, um rund zu laufen (am besten bei Volllast). Das Fahren war ein großer Genuss. Ich kurvte die üblichen Strecken entlang, durch den Hafen und stand in dramatischer Gewittersonne auf der Dradenau. Eine der Wolkenwalzen aus Südwest kam verdächtig nahe. Vielleicht war es so gewollt, dass ich ein Feuerzeug kaufen musste, jedenfalls fing es an zu schütten, als ich auf der Truckertankstelle bei der Aluminiumfabrik vorfuhr. Ich trank Kaffee und schaute aus dem Fenster. Der Schauer verzog sich wie ein Sommerregen, ich fuhr durch den Elbtunnel nach Hause, um keine nassen Füße zu kriegen.
Sonntag, 30. Dezember 2018
Mein Freund der Tag
Dienstag, 25. Dezember 2018
Glücklich und zufrieden
Auf einmal war Weihnachten. Sicher hätte man sich extrawarm angezogen nach Strukdorf cruisen können, aber 3°C waren Anja nicht genug. Der Regionalexpress war beheizt, das Kaminzimmer auf dem Anwesen auch. Ganz verloren war alles aber noch nicht: Am Ersten stellte uns Horst seine schicke Honda NC 750 nebst Goretexausrüstung zur Verfügung. Sie lag satt und zog automatisch auf vereinsamten Landstraßen eine Runde durch das trübe Grau des Weihnachtsnachmittag. Pronsdorf, um den Wardersee herum, dann kreuz und quer bis Neukoppel, wo ein Licht in der Dämmerung glimmte und Telse uns mit Marzipan erwartete. Auf der Rückfahrt gab ich nochmal kurz Gas, dann waren alle glücklich und zufrieden.
Samstag, 17. November 2018
Ein Rosengarten
Anjas 62 stand in einem Versteck im Rosengarten. Dort gibt es Ducatis aller Epochen, feste Standpunkte zu schwierigen Weltfragen, jemand, der jede Schraube kennt, vor allem aber eine Desmo-Inspektion zum bezahlbaren Preis. Die Novembersonne leuchtete durch das letzte Laub, als die drei Kilometer von der S-Bahn dort hin wanderte. Entsprechend war das Glücksgefühl endlich im Sattel sitzend, herzhaft am Gas drehend, über die Harburger Berge brausend. Ich fuhr noch ein kleines Stück auf der B3, dann über Nebenstraßen zum Freihafen, mit 90 Sachen in die Stadt, die kriechende Kälte entschlossen ignorierend bis zum Schluss.
Samstag, 10. November 2018
Berliner Probleme
Als Fußgänger in Berlin, okay. Vorteil: Man geht unbemerkt den Touristenmasse auf und muss sich nicht schämen. Problematisch wurde es am Samstagmittag in den Hackischen Höfen: Über uns war die Sonne aufgestiegen und strahlte einen Hauch von Novembermilde aus. Die rettende Idee kam von Anja. Wir buchten die nächstbeste Emmy-Elektroschwalbe mit ausreichender Ladung und summten erstmal die Stalinallee entlang. Das ging mit exakt 47 Km/h besser als gedacht. Nach einiger Zeit hatten wir das Geschäftsgebiet verlassen und ich behielt die Akkuanzeige im Auge. Wir kamen auf dem größten je von einer Emmy gefahrenen Bogen durch Lichtenberg und andere krasse Stadtteile. Rauhe Gegenden, in denen alles noch 100% real ist. Am Ende parkten wir ganz kultiviert am Gropiusmuseum, und das war für die Berliner gar nix Besonderes. Aber wir waren so richtig schön durchgefroren und der Tag war gerettet.
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