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20 Jahre !!!

Sonntag, 2. September 2012

Weihnachten

Der Freitag war frei und ganz aufgeregt Eine brandneue Vulcan sowie eine tiptoppe original Honda Sportster waren da. Unsicher tasteten wir uns den Elbdeich entlang. Am Zollenspieker, mitten am frühen Nachmittag kamen die ersten Tropfen einer Westfront, die wir geschickt bei Geesthacht abhingen und dann über unsäglich langweilige und überfüllte Speckgürtelstrecken im Berufsverkehr gondelten, ohne es zu merken, denn es war alles so neu. Am Kanal zwischen Mölln und Ratzeburg aßen wir unsere mitgebrachten Schinkenbrötchen und beäugten dabei ungläubig den orangen Chopper und die Honda, die wir bis heute nicht so recht einordnen können. Jedenfalls hat sie ordentlich Kraft, brummt, und Anja sieht darauf aus wie im Prospekt. Hinter der Front war es freundlich und kalt. In einem Bogen über Oldesloe kamen wir zurück. Alles war neu.
Am Samstag war es ungemütlich, nur im Süden war aus der Ferne ein heller Fleck zu sehen. Leider war der über Harburg, aber das merkte ich erst als ich da war. Während Anja Familie feierte, nutze ich jede Gelegenheit, mich an die Orange zu gewöhnen. Sie geht um die Kurven wie ein Aal, aber an meinem Rücken muss ich noch arbeiten. Durchgefroren und unangemessen schnell rauschte ich nach einer Runde über Over und den Freihafen zurück.
Sonntag: Sonne schon morgens, egal wie lang die Nacht war, es gibt viel zu fahren. Zuerst mit Hannah hintendrauf einmal cool durch die Stadt. Dann die Elbufertour, das ist Pflicht für die beiden Neuen. Chopper heißt, erstens folgt die Funktion der Form und zweitens hat der Mensch sich der Maschine unterzuordnen. Während die üblichen Wurfgeschosse auf den Waldstücken uns um die Ohren flogen, probierte ich bei konstant knapp 90 immer andere Sitzhaltungen aus. Anja brummte ungerührt im Rückspiegel hinterher. Das versprochene Highwaygefühl blieb heute anderswo, vielleicht in Arizona. Hier, bei Dömiz an der alten Bahnbrücke, die rostrot leuchtete, breiteten wir die Decke aus und fielen in einen gerechten Schlaf. Auf der Rückfahrt, in der Serpentine bei Walmsburg setzte Anja die Honda auf, da war sie wieder wach. Das letzte Stück ging wieder monoton am Elbdeich entlang. Inzwischen taten alle Knochen weh und vom Westen her kam Kälte. Es war vollkommen egal.

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