Passenderweise rief zum Frühstück Marcus an und wollte fahren. Anja war nämlich schon auf dem Weg woanders hin. Wir fuhren erst sehr geschmeidig durch denn leerstehenden Hafen, verfransten und ziemlich peinlich in Harburg, und schnurrten dann viele genussvoll-eintönige Meilen die freie Route 3 southbound. Das vertrug sich erst mal gut mit dem nicht wegzudiskutierenden Matschigkeit, mit der wir beide anfangs noch zu kämpfen hatten. Irgendwo bogen wir östlich in die Heide ab, die Straße war noch leerer und noch romantischer. Bei einer Tasse Kaffee gestand Marcus trotz allem eine gewisse Faszination des Highway-Cruisen ein, bestand aber darauf, von nun an vorzufahren und kleine, kurvige Straßen zu finden. Ich konnte seiner historischen GS, inzwischen eine respektable Ölspur nachziehend, mit dem Chopper immer gut folgen. Wir kamen über Bienenbüttel auf traumhaften Landstraßen bis an die Elbe, wo wir uns trennten, denn ich musste und wollte nicht ins Büro, sondern unterwegs Anja auf dem Rückweg abfangen. Ich querte den Fluss bei Lauenburg und cruiste nunmehr vollautomatisch durch den warmen Nachmittag die Nebenstrecke über Büchen, Breitenfelde, dann von Dorf zu Dorf bis Berkenthin, wo es alles gab was ich so dringend brauchte: Benzin, Kaffee, Softeis. Anja traf ich an der Araltanke in Oldesloe. Wir fuhren auf der B 75 in den Abend hinein. Am Ende hatte ich 350 Km im Kopf. Es hätten beliebig mehr sein können.
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