Immer noch ein Wochenende kam mit Sommersonne. Am Vorabend
spielten wir verschiedene Ziele durch, dann entschieden wir uns halsüberkopf
für Berlin, die Sonnenstadt und gingen früh zu Bett. Entsprechend waren wir um
10 Uhr auf der Straße. Der Tranceeffekt der B5 war diesmal so stark, dass wir
manches Mal nebeneinander an einer Ampel standen, in irgendeinem Ort an der
Strecke, und beide nicht wussten, wie wir hier hingekommen waren. In
Ludwigslust fanden wir aber auf Anhieb das Café mit den Windbeuteln wieder. Danach
kam erst das eigentliche Stück Endlosigkeit, vor allem zwischen Perleberg und
Kyritz zogen die Kilometer so surreal vorbei wie schon lange nicht mehr. Das
Tempo war gering, in einigem Anstand fuhr meist ein Kleinwagen vor uns. Aber
Der Wind kam eh von vorn, deshalb machten wir keinen Terz. Berlin war heiß wie
immer, und wir mittendrin im Touristenviertel zwischen Checkpoint Charlie und Best
Bratwurst in Town. Das Gropiusmuseum war nur mit GPS zu finden, aber die Kunst
war erstklassig. Den Abend bespaßten uns Tom, Tine und Thomas, Berlin war
cooler als alles je Dagewesene. Was will man mehr.
Man kann sich dran gewöhnen, zuerst große Rühreiportionen in
der Sonne zu verspachteln, um dann von Rembert umständlich an allen Highlights
und noch mehr Baustellensperrungen vorbei ins Freie eskortiert zu werden.
Thomas war so angetörnt, dass er auf Anjas S ein gutes Stück mit uns fuhr.
Draußen entdeckten wir mitten in Friesack das Eiscafé Neumann. Dort wird das
Eis noch selbstgemacht und es gibt echten Filterkaffee. Alle Biker aus Berlin
versammelten sich da. Wir trennten uns, vor uns lagen gute 200 Kilometer Allee,
Stoppelfelder, Nachmittagssonne und ein aufkommendes komisches Gefühl, jemals
etwas anderes mach zu sollen, als immer wieder immer weiter zu cruisen.
(Geschrieben über Neufundland)
Bei Lanzano am Lausitzer Platz wird Eis auch immer noch selbstgemacht. Nächstesmal Pflichtbesuch. Ich möchte mich hiermit zutiefst dafür entschuldigen, nicht rechtzeitig auf diesen Umstand hingewiesen zu haben.
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