Okay, Herbst. Aber irgendwie war zum Mittag schönstes Wetter. Ich rauschte allein durch den Elbtunnel, vor mir die langen Geraden durch die Heide, das war heute genau richtig. Es dauerte nicht lange, da hatte ich alles hinter mir gelassen und es gab nur noch die B3, wie einen nie endenden Hohlweg, die mit Rückenwind laufende Maschine, und mich natürlich. Ohne die neue, seltsame Umleitung bei Soltau zu verstehen zu wollen, ließ ich mich durch die Einsamkeit gleiten; es waren lange Phasen totaler Ausgeglichenheit. In Amelinghausen wurde ich in lästige Zivilisation katapultiert, gurkte planlos über Nebenstraßen durch kitschige Landschaft im Nachmittagslicht, fand zufällig den Weg nach Undeloh wieder und nahm die Straße quer durch die Heide, bis ich in Welle wieder an der 3 Stand. Am liebsten wäre ich die Runde gleich nochmal gefahren. Stattdessen suchte ich irgendwas, wo ich einen Kaffee trinken konnte, und zwar dringend. Ich fuhr die B3 bis ans äußerste Ende in Buxtehude, wühlte mich durch behäbige Massen von Ausflüglern bis zum Lüheanleger, inhalierte einen Cappuccino sowie einen Pflaumenkuchen. Ich brauste davon, als der stramme Westwind eine dicke Wolkenwurst brachte, die zu tröpfeln begann. In der Stadt liefen alle bleiernd umher, trugen aktuelle Herbstmode und sprachen von Weihnachten.
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