Der Sommer hielt noch eine Woche lang an. Jeden Tag fuhr ich unsinnigerweise mit der Vulcan durch die Stadt zur Arbeit, und abends trafen wir uns zum Spätcruisen, durch den Hafen oder an die offiziellen Bikertreffs im Umland.
Dann kam das Pfingstwochenende. Es war lang und hatte den Herbst an Bord. Samstag war noch erträglich genug, um z.B. trendige Ducatis zu testen. Sonntag regnete es den ganzen Tag. Und den Montag hätten wir fast verpennt. Aber mit Fleece und langer Unterhose wurde der peitschende Westwind und der grelle, zerrissene Himmel über Schleswig Holstein mit jedem Kilometer inspirierender. Wir stoppten in Reinfeld, dann in Travemünde, machten einen Haken an die Liste, fuhren ein Stück die Bäderstraße hinauf. Das Touristengewimmel in Scharbeuz störte uns heute gar nicht. Denn das Meer war wild und grün, die Vulcan hing gut am Gas, und alles war hell und klar. Im Inland wurde es immer kälter. Ahrensbök, Langniendorf, Reinfeld. Dann ein Stück B 75, bis zu dem Abzweig bei Bargteheide. Schnell in die Stadt, über jede wärmende rote Anpel freuend, nach vorne schauend, dort, am Ende der Straße gibt es eine warme Badewanne.

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