Montag war, wegen Pfingsten, nochmal Sonntag, nochmal allein. Und diesmal stimmte alles, um schon am Vormittag auf der Straße zu sein. Mein alleiniges Ziel war grob gefasst: Die Ostsee. Wenn man alleine fährt, macht man Strecke. Ich fuhr einen großen Bogen durchs Lauenburgische über Kühsen und musste in Ratzeburg wegen Koffeinmangel halten. Ohnmächtig fuhr ich beim dortigen Bikertreff vor, obwohl wir den ansonsten großräumig meiden. Ein Eis, einen Kaffee im stehen, weiter. Ich durchfuhr Lübeck, dann Schwartau, und dann die Dorfstrecke durchs wuchernde Dickicht über Warnsdorf nach Travemünde. Am Strand am Brodtener Ufer rollte ich keineswegs mein Handtuch aus, sondern rauchte eine und fuhr gleich wieder weiter. Es war noch nicht mal richtig Nachmittag, daher nahm ich mir Zeit und fuhr die Bäderstraße entlang. Sie führte durch unsagbar verstopfte Bäder, wobei inzwischen die Trauben von Leifahrradfahren das Hauptproblem sind. Ein Stück im Inland war es herrlich, ich rollte einfach immer weiter durch das wellige Land, und erst am Selenter See kehrte ich zögernd um. Eine völlig unbekannte Verbindung nach Plön tauchte auf, eine verschrobene Allee wie aus einem anderen Film. Von Plön aus ging es gekonnt über Dersau um den See herum nach Berlin und dann, durch unbekannte Kräfte angezogen, direkt zum Hähnchen-Eck nach Bad Schwartau. Das schmeckte auch allein. Es war immer noch unendlich viel Tag übrig, aber ich rauschte die abendliche B75 durch alle denkbaren Grüntöne nach Hause. Mit 330 Km auf der Uhr trank ich, noch in Leder, ein Alkoholfreies. War kurz davor nochmal los zu fahren, aber jetzt reichte es.

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