20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Sonntag, 22. September 2019

Wittenberge 19

Wir freuten uns wie Kinder, endlich unterwegs zu sein, zum großen Wittenberge-Meeting 2019. Anja war sehr ungeduldig. In der Stadt, aus der wir nicht rauskamen, auf der Autobahn nach Geesthacht mit Vollgas, selbst auf dem ersten Ende der B195, die in der Septembersonne leuchtete: Die Mash drängte im Rückspiegel und hetzte die SR mit 90 Km/h durch die Elbauen. Mit den Kilometern geriet die Zivilisation in Vergessenheit und epische Gelassenheit kam. Der Späthochsommertag war sensationell. Die Alleen flirrten heiß, ungetrübte Fahrfreude füllte alles aus, und bis Wittenberge war es schön weit. Am Ziel erwarteten uns Rembert und Pauli vor einemm unerwartet hippen Café (Sandwich im Glas!). Die wichtigen Themen wurden besprochen, ein paar Kaffee nachbestellt, auf die Uhr geguckt. Noch ein Gruppenbild an der Tanke, dann Abfahrt. Auf der anderen Elbseite zurück, durch eine übertrieben goldgelb gefilterte Breitbild-Landschaftskulisse im Streiflicht. Scharpenhufe, Gartow, Dannenberg - einsam schwingende Straßen durch wechselndes Frühlingsgrün und vertrocknete ockerfarbene Steppe. Es folgte die jedes Mal wieder umwerfend elegante B216 mit Ende in Lüneburg. Von hier aus hatten wir mit der Autobahn einen Fallback. Den brauchten wir aber nicht, denn wir waren noch fit, und hatten noch Benzin, und die Sonne war auch noch da. Wir ließen sie erst ganz am Ende verglühen, über dem Vierländer Elbdeich in der Nähe vom Zollenspieker.

Samstag, 21. September 2019

Testgelände

Einerseits tat mir Anja ein bisschen leid, weil sie an diesem Sonnentag arbeiten musste. Andererseits konnte sie auch dankbar sein, dass ich für sie ihre Mash testete. Sofort war klar: von zickigem Verhalten keine Spur (bei der Mash), dafür von vornherein unterhaltsame Fahrt, mit Pepp und Braaap. Ich testete die lange Gerade bis Soltau. Gleichförmig zog sie sich durch die Sonne, die schräg stand und einen herbstlichen Touch nicht mehr kaschieren konnte. Nach einem Cappuccino im Café Alexander fuhr ich noch weiter nach Süden bis Bergen, bog dann westlich ab und suchte mir per Eigenorientierung einen Weg durch das riesige Militärgebiet, durch das vollkommen leere Straßen führen, auf denen man auch mal kurz angasen kann. Kein einziger Panzer versperrte meinen Weg, trotzdem war das Übungsgelände natürlich tabu. Dann ging es wieder zivil weiter durch den himmelblauen Tag. Ich ließ mich über Schneeverdingen treiben und kam mit exakt 200 Kilometern auf der Uhr in Welle zum Tanken an, zum Verbrauchstest. Okay. Der Rest ging schnell und ohne Aufsehen. Ich nahm noch eine Reihe Umwege durch das Hafengebiet, gab hier und da noch mal Gas und stellte die Maschine exakt an ihren Platz in der Garage. Alle Systeme arbeiten normal.


Samstag, 14. September 2019

Deadline

Zügig nach Strukdorf kommen, lautete die Mission, sicherheitshalber mit warmen Sachen drunter. Dort: in aller Heimlichkeit Unterhaltungselektronik installieren. Das dauerte bis in den Nachmittag, der herrlich sonnig war, aber gleichzeitig auch ein sich schließendes Zeitfenster, mit einer blöden Deadline am Sonntag um 5 Uhr früh. Ein Stück durch McPom war aber drin, und das nutzten wir aus. Freies Schwingen bis Ratzeburg, dann auf kleinen und kleinsten spätsommerlichen Landstraßen und Wirtschaftswegen durch das Grenzland über Kitlitz, Dutzow, und die einsame Holperstrecke hinterm Schaalsee, die man sowohl mit der Mash und erst recht mit der Himalayan mit 90 Sachen entlangbügeln konnte. Wir hatten keine Zeit mehr für ein Eis in Zarrentin, nahmen die Waldstrecke bis Gudow und fuhren das letzte Stück auf der Autobahn. Normalerweise wäre das eine brummende Fahrt in die Dämmerung geworden, diesmal nicht. Kein Grund sich zu beklagen.

Donnerstag, 12. September 2019

Schönen Feierabend.

Ist noch Sommer. Kurzerhand plante ich einen Dämmertörn in den Feierabend ein. Frikadelle an der Total Moorfleet, Gas geben auf dem Autobahngewürm bis Veddel, dann zwischen Güterzügen und Sunset noch eine Stunde Royal Enfield genießen. Geht.


Sonntag, 8. September 2019

Kirchturmfahrer

Sonntag war alles klar. Sonne zum Frühstück, warme Pullover, Die Mash und die SR vergnügt auf der Landstraße im Süden unterwegs. Die Fahrt fluffig und leicht, es ging über Fliegenberg Richtung Heide. Als wir das zweite mal aufs Display schauten, waren überall Schauerzellen. In der Folge trauten wir uns nicht mal bis Amelinghausen. Wir gurkten stattdessen nach Geesthacht, und dann etwas unbeholfen auf der anderen Seite zurück in die rettende Stadt. Wie die Kirchturmfahrer. Andere wären vielleicht um die halbe Welt gefahren, wir setzen Kaffee auf.

Samstag, 7. September 2019

Adventure-Mode

Die Diskussion führte zu nichts. Der Tag war ungeeignet für eine gemütliche Butterfahrt in die Heide. Am besten war, ich ziehe eine lange Unterhose drunter und fahre im Adventure-Mode nach Friesland, allein. Die Himalayan stampfte durch monotone Kulisse gegen den Wind im Niemandsland hinter Buxtehude an. Eine Fahrt ohne Stopps, zügig, introvertiert und frei. Ab Bremervörde war ich dem Vio ausgeliefert. Es ging über herrlich zweitklassige Landstraßen an immer unbedeutenderen, einheitlichen Dörfern vorbei, bis schließlich die Weser vor mir lag. Lang gestreckt und grau, dahinter das Ende der Welt. Drüben schloss ich mich ein Stück weit einer Bikergruppe an, die dasselbe Ziel hatten (bis die Ural liegenblieb). Ich ließ sie Enfield laufen, durch das unwirklich flache und leere Land bis schließlich das Festivalgelände in Nethen ins Bild kam. Anderthalb Stunden war es ein ganz kleines bisschen wie in Biarritz. Bikes, Benzin, Bier (alkoholfrei). Alles recht entspannt, und ich mittendrin.
Ich musste los, bevor die Schauer kamen. Zuerst dachte ich das war Fake. Ein paar Kilometer später schob ich eine schwarze Regenfront vor mir her, auf den Straßen stand das Wasser. An einer Tanke wartete ich einen Cappuccino lang und fasste Mut. Dann geschah ein meteorologisches Wunder und ich kam irgendwie, diesmal einfach den Schildern folgend, am Südrand eines supermassiven Schwarzen Lochs die ganze Strecke über Horneburg bis nach Hause, ohne nass zu werden. Nur die rechte Socke hatte Wasser gezogen, who cares.

Sonntag, 1. September 2019

McCormick

Noch ein 30-Grad Wochenende kam, vielleicht das letzte. Von unzähligen Optionen blieb am Ende die einzig wahre übrig: Strandsachen aufschnallen und ab an die Ostsee. Die SR und die Mash quälten sich in Altona durch die ätzenden Autoschlangen zur B4 nach Norden. Das war ein natürlich unsinniger Umweg, aber die Quere von Alveslohe über Wakendorf II nach Nahe war gar nicht übel. Inzwischen war klar, dass uns nur die Autobahn 20 ab Segeberg noch heute ans Meer bringen konnte. Nach dem zermürbenden Kolonnenfahren war es befreiend, mit 110 Sachen über die leere Bahn zu brummen. Strukdorf flog unwissend vorbei, Lübeck, und bald kam Schönberg in Sicht. Dort probierten wir ein neues Café aus, und dann kam endlich die vertraute Seefrische auf den letzten Kilometern. Einen Badegang später fuhren wir durch flirrende Alleen über Schlutup nach Lübeck und ohne Halt durch bis Strukdorf. Wir konnten es nicht erwarten, Horsts neuen alten McCormick zu bewundern. Der war knallrot und zog alle Sympathien auf sich. Vor allem aber durfte ich eine Runde drehen und wollte nie wieder absteigen.
Der Sonntag blieb am Thema: Treckertreffen mit allem Drum und Dran in Schadehörn. Ein Dorf, nicht weit weg, aber dermaßen gut versteckt, dass wir es spiralförmig einkreisen mussten. Der Nachmittag hatte sich zugezogen, das Wetterradar gab einen kleinen, dreieckigen Aktionsraum vor, an dessen nordwestlichem Ende passenderweise Neukoppel lag. Dort besuchten wir Telse auf ihrem Anwesen, bekamen Filterkaffee, Erdbeeren und Eier von Hühnern mit Namen. Am liebsten wären wir gleich da geblieben. Unsere Klamotten waren auf 30 Grad ausgelegt, davon war auf der Rückfahrt nichts mehr übrig. Es war die schiere Lust am unbekümmerten Gasgeben, dem federleichten Schwingen um die vertrauten Kurven der B75, das tiefenentspannte Einrollen in die Stadt der Bekloppten, was uns ausfüllte, so dass wir die einkriechende Kühle erst zu Hause spürten, wenn überhaupt.