20 Jahre !!!

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Samstag, 7. September 2019

Adventure-Mode

Die Diskussion führte zu nichts. Der Tag war ungeeignet für eine gemütliche Butterfahrt in die Heide. Am besten war, ich ziehe eine lange Unterhose drunter und fahre im Adventure-Mode nach Friesland, allein. Die Himalayan stampfte durch monotone Kulisse gegen den Wind im Niemandsland hinter Buxtehude an. Eine Fahrt ohne Stopps, zügig, introvertiert und frei. Ab Bremervörde war ich dem Vio ausgeliefert. Es ging über herrlich zweitklassige Landstraßen an immer unbedeutenderen, einheitlichen Dörfern vorbei, bis schließlich die Weser vor mir lag. Lang gestreckt und grau, dahinter das Ende der Welt. Drüben schloss ich mich ein Stück weit einer Bikergruppe an, die dasselbe Ziel hatten (bis die Ural liegenblieb). Ich ließ sie Enfield laufen, durch das unwirklich flache und leere Land bis schließlich das Festivalgelände in Nethen ins Bild kam. Anderthalb Stunden war es ein ganz kleines bisschen wie in Biarritz. Bikes, Benzin, Bier (alkoholfrei). Alles recht entspannt, und ich mittendrin.
Ich musste los, bevor die Schauer kamen. Zuerst dachte ich das war Fake. Ein paar Kilometer später schob ich eine schwarze Regenfront vor mir her, auf den Straßen stand das Wasser. An einer Tanke wartete ich einen Cappuccino lang und fasste Mut. Dann geschah ein meteorologisches Wunder und ich kam irgendwie, diesmal einfach den Schildern folgend, am Südrand eines supermassiven Schwarzen Lochs die ganze Strecke über Horneburg bis nach Hause, ohne nass zu werden. Nur die rechte Socke hatte Wasser gezogen, who cares.

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