Noch ein 30-Grad Wochenende kam, vielleicht das letzte. Von unzähligen Optionen blieb am Ende die einzig wahre übrig: Strandsachen aufschnallen und ab an die Ostsee. Die SR und die Mash quälten sich in Altona durch die ätzenden Autoschlangen zur B4 nach Norden. Das war ein natürlich unsinniger Umweg, aber die Quere von Alveslohe über Wakendorf II nach Nahe war gar nicht übel. Inzwischen war klar, dass uns nur die Autobahn 20 ab Segeberg noch heute ans Meer bringen konnte. Nach dem zermürbenden Kolonnenfahren war es befreiend, mit 110 Sachen über die leere Bahn zu brummen. Strukdorf flog unwissend vorbei, Lübeck, und bald kam Schönberg in Sicht. Dort probierten wir ein neues Café aus, und dann kam endlich die vertraute Seefrische auf den letzten Kilometern. Einen Badegang später fuhren wir durch flirrende Alleen über Schlutup nach Lübeck und ohne Halt durch bis Strukdorf. Wir konnten es nicht erwarten, Horsts neuen alten McCormick zu bewundern. Der war knallrot und zog alle Sympathien auf sich. Vor allem aber durfte ich eine Runde drehen und wollte nie wieder absteigen.
Der Sonntag blieb am Thema: Treckertreffen mit allem Drum und Dran in Schadehörn. Ein Dorf, nicht weit weg, aber dermaßen gut versteckt, dass wir es spiralförmig einkreisen mussten. Der Nachmittag hatte sich zugezogen, das Wetterradar gab einen kleinen, dreieckigen Aktionsraum vor, an dessen nordwestlichem Ende passenderweise Neukoppel lag. Dort besuchten wir Telse auf ihrem Anwesen, bekamen Filterkaffee, Erdbeeren und Eier von Hühnern mit Namen. Am liebsten wären wir gleich da geblieben. Unsere Klamotten waren auf 30 Grad ausgelegt, davon war auf der Rückfahrt nichts mehr übrig. Es war die schiere Lust am unbekümmerten Gasgeben, dem federleichten Schwingen um die vertrauten Kurven der B75, das tiefenentspannte Einrollen in die Stadt der Bekloppten, was uns ausfüllte, so dass wir die einkriechende Kühle erst zu Hause spürten, wenn überhaupt.
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