Allein unterwegs mit dem Cruiser, den ganzen Samstag, das hat auch was. Wegen unklarer Abendplanung tastete ich mich zunächst an der Elbe Stromaufwärts entlang. Die Elbuferstraße, die wir früher so oft fuhren, fällt aus heutiger Sicht anstrengend aus: Ein Dorf reiht sich ans nächste, Rumstochern im Kriechtempo, mieser Asphalt, überall Autos. An der Tanke in Hitzacker wurde alles klar und ein lange unter Verschluss gehaltener Plan kam zur Umsetzung: Zwischen Dannenberg und Uelzen, und weiter diagonal Richtung Celle, da gibt es Highways durch riesige Wälder. Es ging linear und ohne jede Störung durch einen heißen Wind in flirrendem Licht. Kaum ein Ort unterbrach den Genuss, kein Wohnmobil blockierte, kein Kleintransporter drängelte. Ich gab mich voll und ganz dem gleichförmigen, freien Gleiten hin, fragte mich, a) wer das wohl nachvollziehen kann, und b) wo sonst in Schland es eigentlich solche Straßen gibt. Hinter Celle machte ich noch einen Bogen über die Militärstraßen westlich von Meissendorf. Die sehen auf der Karte mickrig aus, sind aber prächtig ausgebaut, schwungvoll verlegt und über zig Kilometer total verlassen. Rechts nahm ich eine mächtige Pilzwolke wahr. Bei näherer Betrachtung war das kein Atombombentest, sondern, schlimmer noch, eine kompakte Gewitterzelle. Ich berechnete einen Kurs, der mich ohne unnötigen Halt auf direktem Weg nach Norden in Sicherheit brachte. Die B3 rundete würdig den Cruise-Day ab, und zu Hause stand die Hitze in den Häuserschluchten wie eh und je.

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