Gleichmäßig segelte die Bolt den Highway 3 entlang. Das endlose Asphaltband kam vom Horizont, wo der Alleetunnel sich in einem Punkt trifft, wurde angesaugt und floss durch mich hindurch, was einen angenehmen Rausch verursachte. Ein perfekter, anhaltender Moment. Anja folgte lange unauffällig im Rückspiegel. Unvermittelt überholte sie mich lauthals. Ich wusste schon: Ob es nicht vielleicht mal was Kurvigeres gäbe. Ja. Nach einem Cappuccino in Soltau. Irgendwo ein Stück östlich würde es wieder nach Norden gehen, kleinteilig. Das haben wir oft genug so gemacht. Tatsächlich war es an mancher Ecke ziemliches Gerate und etwas Glück, bis wieder eine bekannte Landmarke in Sicht kam. Das war okay. Unterlüß fanden wir ohne Probleme, und die sagenhaft einsamen Waldstraßen am Rand der Militärgebiete, und dann die Genussstrecke hoch nach Amelinghausen. Die Fahrt ging von A bis Z ungestört und lässig vonstatten. Die Bolt war sehr anschmiegsam geworden (bzw: ich) und ihr satter Schwung in den Kurven konnte abhängig machen. Bei Fliegenberg erreichten wir, inzwischen in drückender Nachmittagsschwüle, den Elbdeich, breiteten unsere Decke darauf aus und fielen in einen handfesten Sofortschlaf. Als wir erwachten, stand im Westen eine schwarze Gewitterwand über der Stadt. Jetzt ging es um Minuten. Aufpacken, los. Schnell. Elbbrücken, Schanze, Garage, erste Tropfen, Klappe zu, überlebt.

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