Direkt hinterm Haus verläuft die B3 durch den Ort. Wer hier losfährt kommt man ohne Abbiegen in Hamburg raus. Am Sonntagmorgen hielten wir das (nach langwierigem Abwägen) für die beste Idee von allen, denn es gab noch etwas zu tun im Norden. Die Straße war vollkommen leer, wir rollten in entspanntem Flow mit 90 Sachen durch den pastellfarbenen Vormittag. Die Panoramastrecke durchs Leinetal fühlte sich majestätisch an, bis schließlich die Berge aus dem Rückspiegel verschwanden. Ich glaube, wir waren schon kurz vor Hannover, als wir das erste Mal runterschalteten. Auf der Stadtautobahn ging es flüssig durch den Moloch, dann kam schon die Vierspurige nach Celle und dann die Heide. Die Endlosigkeit der Waldstraßen, die einen wie Wurmlöcher in eine andere Realität saugen, war ein ergreifendes Erlebnis wie schon lange nicht mehr und wurde allenfalls von einer Pinkelpause unterbrochen. Nicht ohne Angst erreichten wir Hamburg. Ich hatte schon im Anflug auf dem Navi nach den erwarteten Horror-Auto-Staus Ausschau gehalten, aber wir fanden die Stadt schläfrig und leer vor wie an einem Ferienabend, als würde sie uns wieder zurück haben wollen. Wir nahmen es dankend zur Kenntnis, machten aber keine Versprechungen.
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