Ich war in Hamburg als Tourist. Was macht man da an einem Sommertag? Man quält sich von Ampel zu Ampel durch die Straßen, mit Millionen von Autos. Gut auszusehen ist wichtig, und mit der blitzblanken SR war das kein Ding. Das Gegurke ging mir trotzdem auf die Nerven, also fuhr ich raus, dorthin, wo es auf der Karte grün ist. In der Realität gibt es dort jedoch auch nichts als immer mehr Autos in dicht folgenden, gesichtslosen Vororten. Ich kam über Wedel zurück, wühlte mich nochmal durch die Stadt, überquerte die Elbe und erreichte den Apfelautomaten im Alten Land. Diese Strecke war zu lang für die SR, der Arsch tat schon weh und außerdem transportierte ich 2 Kilo Elstar im Rucksack. Ohne einmal über 70 Km/h gefahren zu sein, kam ich nach Hause und erzählte von einer erfüllten Tour.
Abends versuchten Anja und ich es nochmal zusammen. Immerhin, gleichzeitig waren Harley Days, da sollte man den Flair von Benzin und Heißem Stahl in der ganzem Stadt spüren. Vielleicht lag es am trüben Himmel oder an der zunehmenden Wokeness, aber es brannte weder die Luft, geschweige denn Gummi. Schwamm drüber. Wir fuhren nach Hause und schalteten den Fernseher an.
An den folgenden Tagen wurde es auch ohne Harley very hot. Wieder kam die SR zum Einsatz, diesmal mitten im Sweetspot: Im T-Shirt bullerte ich mit 60 Sachen durch die Dämmerung wie durch eine warme Wolldecke. Auf der Strecke durchquerte ich zweimal das Schulterblatt, immer noch mit Sonnenbrille, das passte. So funktioniert die Stadt.

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