Wir ließen uns mit allem viel Zeit. Über Northeim brannte die Sonne wie im Urlaub, wir kauften ein wie Millionäre und ließen einen Gutteil des Tages ohne schlechtes Gewissen verstreichen. Erst am Nachmittag starteten wir die Motoren, in der Hoffnung auf kühle Waldstraßen drüben am Solling. Die ersten Kilometer waren zäh, weil Tomtom immer wieder lustig sein wollte, z.B. mit andauernden Ortsdurchfahrten bei 30°. Dabei hilft manchmal nur eine zügige Bundesstraße. Drüben am Solling begann es auf verwegenen Feldwegen, gefolgt von erstklassigen, flüssigen Bergstrecken durch tatsächlich kühlere Wälder. Kurve um Kurve, kaum Verkehr, fühlten wir uns im Paradies. Es fiel schwer zu realisieren, dass dies nun Teil meines Alltags werden soll. Am Ende der Kurven lag ein Wanderweg, der zum Weser Skywalk führte. Unten lag das Flusstal in heißem Abenddunst und sah aus wie im Urlaub. Für die Rückfahrt nahmen wir fließende Bundesstraßen mit schönem Luftzug. Die B 80 schwang sich ohne Verkehr durchs Wesertal, darauf folgte die B 241, die zog zügig über die Kuppen im Abendlicht. Während wir in Möckelheim Burger aßen, baute sich im Westen eine bedrohliche Front auf. Sie blieb dort, den ganzen Abend, da waren wir und das Regenradar uns einig. So einig, dass wir vorm Schlafengehen noch eine unfassbar einsam-fluffige Runde über Elvershausen, Marke und Westerhof dranhängten. Das ist hier der Nahbereich und allein das ist schon wie ein Lottogewinn.
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