über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Sonntag, 4. Oktober 2026

Visionen

Die ganze Welt war vernebelt, nur Göttingen nicht. Dort stieg Anja vom ICE auf ihre Himalayan um, wir waren komplett. Ohne lang zu chillen, nahmen wir die zügige Route über Osterode auf den Harz. Wir hatten die Vision, von oben auf das Wolkenmeer zu blicken (wie auf den Kanaren). Das klappte nicht, der Nebel löste sich auf und gab einen perfekten Goldoktobertag frei, während wir den Sieberpass hinaufkurvten. Jetzt waren wir oben und rauschen durch das prächtige, ockerfarbene Panorama. Aber es war Wochenende und wir wussten, hier konnten wir nicht bleiben. Ein Strom von Bikern drängte auf die Straßen, Männergruppen am Anschlag, wir hatten was Besseres vor. Auf den Serpentinen hinunter nach Bad Ground verließen wir den Harz, und ließen uns vom Beeline auf einsamen Landstraßen durch die Hügel zwischen Kreiensen und Grünenplan leiten. Die Welt war top in Ordnung, nur die Farben wirkten wie die eines übertreibenden KI-Filters. Es ging noch kreuz und quer durchs Einbecker Hinterland und dann genüsslich am Sollingmassiv entlang, bis an den vertrauten Kreisel, der uns sagte, hier sind wir richtig.

Es war klar, der Sonntag musste das noch toppen. Ich konnte eine westliche Route verargumentieren, die wir mühselig feinjustierten, bis es Mittag war und die Sachen von vornherein viel zu warm. Wir fuhren über dunstige, kahle Höhen über Krimmensen, Ellensen und Eilensen (aufpassen!) Richtung Dassel, und von dort die absolut meditative, lange Gerade hoch nach Neuhaus. Von dort ging es freischwingend die Kurven hinunter nach Boffzen. An der Weser machten wir eine Brötchenpause mit Blick auf eine Kirche, die für uns als Kloster Corvey durchging. Das echte Kloster entdeckten wir paar Kilometer weiter, aber man konnte nicht vorfahren. Im Hinterland von Höxter hatte ich alles, was nach Bergstraße aussah, der Route hinzugefügt, angereichert durch Burgen, Abteien, irgendwas mit Kultur. Das ergab eine unschlagbar abwechslungsreiche Fahrt über Orte wir Albaxen, Bödexen, Amelunxen, Hauptsache mit X. Egal, wenn man mal einen Abzweig verpasste, es waren immer die gleichen schönen Bilder mit goldenem Laub, Grün, Ocker und dazu Lichtdesign wie in Hollywood. Die in schneidigem Flow zu fahrende B241 als Heimweg zu haben ist nicht das Ende, sondern ein Privileg. Wir genossen es bis zum Schluss.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen