Gestern
war mit großem Getöse und reichlich Medienrummel der Sommer beendet
worden. Heute Nachmittag hörte der Regen auf und eine neue Witterung
begann. Ich fuhr auf Anjas Vanvan und wusste gar nicht wohin. Zuerst die
übliche Strecke durch den Hafen, dann ganz unsäglich auf der
Vierspurigen durchs prollige Neugraben, unmotiviert hinter
Familienkutschen her bis Buxtehude. Damit waren vollendete Tatsachen
geschaffen und ich bog ab ins immer älter werdende Alte Land. Am
Lüheanleger stand ich allein mit meinem Cappuccino und Apfelkuchen. Die
Sonne war herausgekommen und fragte: was nun? Kurzentschlossen bezog ich
den Vorabend mit ein und begab mich auf den Weg nach Wischhafen. Die
Gartenzwergige Piefigkeit hinter mir lassend, kämpfte sich die Vanvan
voran durch die herb im bissigen Südwind harrenden grauen Dörfer. Noch
während die Fähre über die glitzernde Fläche setzte zum Horizont, der
endlos und starr da lag, kroch die neue Luftmasse in die Goretexjacke,
so dass ich erstmal den Reißverschluss zumachen musste. Drüben, auf dem
kargen Highway zwischen Glückstadt und Elmshorn rollte die Vanvan im
langen Sechsten mit gleichgültigen 80 Sachen durch die Landschaft.
Ütersen, Heist, Wedel, Strecken aus der Vorzeit. Die Elbchaussee führte
vorbei an spätsommerlich leuchtenden Schiffen. Zu Hause hätte ich eine
heiße Dusche gebrauchen können, so durchgefroren war ich.
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